Redebeitrag zum Leistungsprinzip an Schulen

Meine Rede vor dem Landtag Brandenburg

Abschließender Redebeitrag in der Debatte über den Antrag zum Leistungsprinzip an Schulen seiner Fraktion

Hervorragend gebildete Köpfe aller Berufs-und Fachrichtungen sind und bleiben die ein-zige nachwachsende Ressource, über die das Land Brandenburg unbegrenzt verfügenkönnte. Schüler, Eltern und die Gesellschaft als Ganzes dürfen daher zurecht erwarten, dass die bildungspolitischen Rahmenbedingungen derart beschaffen sind, dass die Schu-len Leistung und Verantwortungsübernahme für sich und andere abverlangt sowie jeder junge Mensch nach seinem individuellen Leistungsvermögen optimal gefördert und ge-recht beurteilt wird. Hervorragende und umfassende Bildung ist der Garant dafür, jungen Menschen optimale Zukunftschancen für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.Nach Jahren ununterbrochener kurzatmiger Reformen am Schul-und Bildungssystem in-folge des „PISA-Schocks“ (u.a. die Einführung der Kompetenzorientierung mit ausschließ-lich funktionalistischem Charakter, die inhaltliche Entkernung der Lehrpläne von vermeint-lich „totem Wissen“, die Infragestellung und Abschaffung von Zeugnissen und Ziffernnoten usw.) ist das Leistungsprinzip als eine der wichtigsten Triebfedern schulischer Erziehung und Bildung weitgehend suspendiert worden. Leistungsrelativismus und die Absenkung von Ansprüchen können jedoch niemals ein Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und ge-sellschaftlicher Teilhabe sein.Ohne Herausforderungen, ohne Vermittlung soliden Wissens, ohne das konsequente Ein-fordern von Fleiß, (Selbst-)Disziplin und Anstrengung kann Bildung nicht gelingen und Leistung nicht erbracht werden. Dass sich auch die brandenburgische Bildungspolitik seit Jahren auf einem gefährlichen Irrweg befindet, an dessen Ende die Schüler die Verlierer sind, zeigen die Ergebnisse nationaler und internationaler Vergleichsstudien wie der Bil-dungsmonitor 2019 oder der IQB-Bildungstrend 2016 und 2018.Wenn beispielsweise laut IQB-Bildungstrend 2018 der Anteil jener brandenburgischen Neuntklässler, die den Regelstandard (MSA) im Fach Mathematik erreichen oder übertref-fen, im Vergleich zu 2012 um satte 11,2% auf nunmehr 41,6% gefallen ist und gleichzeitig knapp ein Viertel desselben Jahrgangs den ausgewiesenen Mindeststandard (MSA) ver-fehlt, so ist es die Aufgabe aller verantwortungsbewussten Parteien, bildungspolitisch un-verzüglich gegenzusteuern.

Video-Quelle: RBB