Warum so viele Bürger eine politische Wende wollen
Zwei Wahlen, die mehr sind als nur Termine
Im September 2026 schauen viele Menschen nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag, am 20. September folgt Mecklenburg-Vorpommern.[1]
Auf dem Papier sind das zwei Landtagswahlen. In Wahrheit geht es aber um mehr. Es geht um die Frage, ob die Politik verstanden hat, was viele Menschen seit Jahren bewegt: steigende Kosten, unsichere Zukunftsaussichten, Probleme an Schulen, überforderte Kommunen, Sorgen um Sicherheit und das Gefühl, dass Entscheidungen oft weit weg vom Alltag der Bürger getroffen werden.
Die aktuellen Umfragen zeigen deutlich, dass die AfD in beiden Bundesländern stark ist. In Mecklenburg-Vorpommern liegt sie laut infratest dimap bei 36 Prozent.[2] Eine weitere Umfrage von INSA sieht sie bei 35 Prozent.[3] In Sachsen-Anhalt kommt die AfD im Sachsen-AnhaltTREND von infratest dimap sogar auf 41 Prozent.[4]
Diese Umfragewerte fallen nicht vom Himmel. Sie sind ein Zeichen dafür, dass viele Bürger mit der bisherigen Politik unzufrieden sind. Nicht, weil sie grundsätzlich gegen alles sind. Sondern weil sie erleben, dass sich vieles in ihrem Alltag nicht verbessert.
Mecklenburg-Vorpommern: Ein schönes Land mit vielen ungelösten Problemen
Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land, auf das man stolz sein kann. Die Ostsee, die Seenplatte, die Dörfer, die Städte, der Tourismus, die Landwirtschaft und viele kleine Betriebe prägen dieses Land. Viele Menschen arbeiten hart, halten ihre Heimat zusammen und wollen eigentlich gar nicht viel: ein gutes Leben, sichere Arbeit, bezahlbare Kosten, funktionierende Schulen und eine Politik, die zuhört.
Doch genau daran fehlt es aus meiner Sicht zu oft.
Die rot-rote Landesregierung unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig spricht gern von Fortschritt und sozialer Sicherheit. Aber viele Bürger fragen sich: Wo kommt dieser Fortschritt im Alltag an?
Zwar meldete das Statistische Amt für 2025 ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Gleichzeitig wurde aber darauf hingewiesen, dass dieses Ergebnis stark durch eine Revision des Vorjahres beeinflusst wurde. Ohne diese Revision hätte das Wachstum nur 0,3 Prozent betragen.[5] Das klingt deutlich weniger nach Aufbruch.
Für viele kleine Unternehmer, Handwerker, Landwirte und Selbständige ist die Lage angespannt. Bürokratie, hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und unsichere Rahmenbedingungen machen das Leben schwer. Wer jeden Tag arbeitet, Arbeitsplätze schafft oder einen Familienbetrieb weiterführt, braucht keine schönen Reden. Er braucht verlässliche Politik.
Schulen dürfen kein Dauerproblem bleiben
Besonders wichtig ist die Bildung. Denn hier entscheidet sich, welche Zukunft ein Land hat.
Eltern wollen, dass ihre Kinder ordentlich lesen, schreiben und rechnen lernen. Lehrer wollen unterrichten und nicht in Bürokratie versinken. Schüler brauchen Verlässlichkeit, klare Regeln und Unterricht, der auch wirklich stattfindet.
Wenn aber Unterricht ausfällt, wenn Lehrer fehlen und wenn Eltern das Gefühl haben, dass ihre Kinder nicht mehr ausreichend vorbereitet werden, dann entsteht Frust. Und dieser Frust ist berechtigt.
Natürlich kann keine Landesregierung jedes Problem über Nacht lösen. Aber Bildungspolitik muss an Ergebnissen gemessen werden. Nicht daran, wie viele Programme angekündigt werden. Entscheidend ist, ob sich der Alltag in den Schulen wirklich verbessert.
Ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern kann es sich nicht leisten, junge Menschen zu verlieren. Es braucht sie hier: in den Betrieben, in den Dörfern, in den Städten, in den Familien und Vereinen.
Sicherheit ist ein Grundbedürfnis
Auch das Thema Sicherheit beschäftigt viele Menschen. Die offiziellen Zahlen zeigen für Mecklenburg-Vorpommern zwar insgesamt weniger Straftaten im Jahr 2025. Gleichzeitig gab es aber Anstiege bei häuslicher Gewalt, Bedrohungen und Delikten im Bereich Kinderpornografie. Allein bei häuslicher Gewalt wurden 5.204 Fälle registriert.[6]
Hinter solchen Zahlen stehen Menschen. Opfer, Familien, Kinder, Nachbarn. Deshalb reicht es nicht, nur auf eine insgesamt sinkende Kriminalitätsstatistik zu verweisen.
Sicherheit bedeutet mehr als Zahlen in einer Tabelle. Sicherheit bedeutet, dass Menschen ohne Angst unterwegs sein können. Dass ältere Menschen sich im öffentlichen Raum wohlfühlen. Dass Eltern ihre Kinder mit gutem Gefühl zur Schule gehen lassen. Dass Polizei und Justiz die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
Migration: Die Belastung der Kommunen ernst nehmen
Auch die Migrationspolitik ist ein Thema, das viele Bürger bewegt. Dabei geht es nicht darum, pauschal gegen Menschen zu sein. Es geht um die Frage, was Städte, Gemeinden, Schulen, Verwaltungen und Sozialkassen leisten können.
Viele Entscheidungen werden in Berlin oder Brüssel getroffen. Die Folgen landen aber vor Ort: bei Bürgermeistern, Landräten, Lehrern, Polizisten, Erziehern und Mitarbeitern in den Verwaltungen.
Wenn Kommunen zusätzliche Hilfen brauchen, weil Unterbringung und Integration kaum noch zu bewältigen sind, dann zeigt das doch: Hier stimmt etwas Grundsätzliches nicht.
Eine verantwortliche Politik muss klar sagen, was möglich ist und was nicht. Sie muss Verfahren beschleunigen, Rückführungen bei fehlendem Schutzanspruch konsequent umsetzen und die Belastungsgrenzen der eigenen Kommunen ernst nehmen.
Sachsen-Anhalt: Viel Verantwortung, wenig überzeugende Bilanz
In Sachsen-Anhalt ist die Lage politisch anders. Dort steht vor allem die CDU in der Verantwortung. Sie regiert oder prägt das Land seit vielen Jahren. Die CDU spricht gern von Stabilität. Aber Stabilität darf nicht bedeuten, dass Probleme nur verwaltet werden.
Auch in Sachsen-Anhalt fragen sich viele Bürger: Warum kommt unser Land nicht stärker voran? Warum ziehen junge Menschen weg? Warum fehlen Lehrer? Warum haben viele Orte das Gefühl, abgehängt zu sein?
Die wirtschaftliche Entwicklung macht diese Fragen noch drängender. Das Statistische Landesamt meldete für 2025 einen preisbereinigten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent.[7] Das ist kein gutes Signal.
Sachsen-Anhalt hat starke Branchen: Chemie, Maschinenbau, Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Logistik und Energie. Aber diese Stärken müssen auch gepflegt werden. Betriebe brauchen bezahlbare Energie, schnelle Genehmigungen, weniger Bürokratie und eine Politik, die ihnen nicht ständig neue Steine in den Weg legt.
Wenn Menschen gehen, muss Politik handeln
Ein besonders ernstes Thema ist die Bevölkerungsentwicklung. Ende 2025 lebten in Sachsen-Anhalt rund 2,12 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ging im Vergleich zum Vorjahr erneut zurück.[8]
Das klingt zunächst nach Statistik. Aber jeder, der auf dem Land lebt, weiß, was dahintersteckt: weniger junge Familien, weniger Kinder in Schulen, weniger Kunden für Geschäfte, weniger Auszubildende, weniger Ärzte und weniger Leben in manchen Orten.
Wenn Menschen gehen, dann hat das Gründe. Oft fehlen berufliche Perspektiven, gute Verkehrsanbindungen, medizinische Versorgung oder das Gefühl, dass sich vor Ort noch etwas entwickelt.
Eine Landesregierung darf sich damit nicht abfinden. Sie muss dafür sorgen, dass Heimat Zukunft hat. Nicht nur in den großen Städten, sondern auch in den kleinen Orten.
Unterrichtsausfall als Warnsignal
Besonders deutlich wird das politische Versagen in Sachsen-Anhalt beim Unterrichtsausfall. Im Schuljahr 2024/25 erreichte er laut Berichten ein Rekordniveau. An allgemeinbildenden Schulen fielen 8,6 Prozent des Unterrichts aus, an berufsbildenden Schulen 10,8 Prozent und an Förderschulen sogar 11,6 Prozent.[9]
Das ist für Eltern, Schüler und Lehrer nicht hinnehmbar.
Wenn fast jede zehnte Stunde ausfällt, dann kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Dann geht es nicht mehr um kleine organisatorische Schwierigkeiten. Dann geht es um die Zukunft der Kinder.
Die Landesregierung wusste seit Jahren, dass Lehrer fehlen. Sie wusste, dass viele Lehrer in den Ruhestand gehen. Sie wusste, dass der Druck an den Schulen steigt. Trotzdem wurde zu spät und zu zaghaft gehandelt.
Migration und Integration auch in Sachsen-Anhalt
Auch Sachsen-Anhalt erlebt deutliche Veränderungen durch die illegale Zuwanderung. Die Zahl der ausländischen Einwohner ist in den vergangenen Jahren gestiegen.[10] Das bringt zusätzliche Aufgaben für Schulen, Kommunen, Wohnungsmarkt, Polizei und Sozialsysteme mit sich.
Auch hier braucht es Ehrlichkeit.
Wer arbeitet, sich an die Regeln hält und unser Land respektiert, kann Teil unserer Gesellschaft sein. Aber wer keinen Schutzanspruch hat, wer Straftaten begeht oder Integration verweigert, darf nicht dauerhaft bleiben. Da muss eine strikte Remigration erfolgen, und zwar bundesweit.
Diese Klarheit erwarten viele Bürger. Nicht aus Hartherzigkeit, sondern aus einem einfachen Gerechtigkeitsgefühl heraus.
Warum die AfD so stark geworden ist
Der Erfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hat viele Gründe. Aber im Kern geht es um Vertrauen.
Viele Bürger haben das Gefühl, dass die etablierten Parteien ihnen nicht mehr richtig zuhören. Sie erleben Politiker, die über Probleme sprechen, als wären sie nur Kommunikationsfehler. Doch für die Menschen sind es keine Kommunikationsfehler. Es sind echte Probleme.
Wenn die Schule ausfällt, betrifft das Familien direkt.
Wenn die Arztpraxis keinen Nachfolger findet, betrifft das ältere Menschen direkt.
Wenn die Stromrechnung steigt, betrifft das jeden Haushalt direkt.
Wenn Betriebe schließen oder junge Leute wegziehen, betrifft das ganze Orte.
Und wenn Bürger diese Sorgen ansprechen, wollen sie nicht belehrt werden. Sie wollen ernst genommen werden.
Genau deshalb wenden sich viele der AfD zu. Weil sie merken, dass diese Partei Dinge ausspricht, die andere Parteien lieber umgehen: Migration, Remigration, Sicherheit, direkte Demokratie, ländlicher Raum, Energiepreise, Bürokratie und die Frage, ob Politik zuerst den eigenen Bürgern verpflichtet ist.
Was jetzt nötig ist
Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt brauchen keine weitere Politik der schönen Worte. Sie brauchen eine Politik, die den Alltag der Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.
Dazu gehört eine Bildungspolitik, die Unterricht garantiert und Lehrer entlastet.
Dazu gehört eine Wirtschaftspolitik, die Mittelstand, Handwerk, Landwirtschaft und Industrie stärkt.
Dazu gehört eine Migrationspolitik, die ehrlich über Grenzen, Kosten und Kapazitäten spricht und eine Remigrationsoffensive startet.
Dazu gehört eine Sicherheitspolitik, die Polizei und Justiz stärkt.
Dazu gehört eine Politik für den ländlichen Raum, die Ärzte, Schulen, Verkehr, Verwaltung und digitale Infrastruktur gemeinsam denkt.
Und vor allem gehört dazu eine Politik, die wieder zuhört.
Mein Fazit
Die AfD ist in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nicht zufällig stark. Ihr Zuspruch ist ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Bürger genug haben von Beschwichtigungen, Ausreden und politischer Selbstzufriedenheit.
In Mecklenburg-Vorpommern muss sich Rot-Rot fragen lassen, warum so viele Probleme trotz jahrelanger Regierungsverantwortung ungelöst bleiben.
In Sachsen-Anhalt muss sich die CDU fragen lassen, warum ein Land nach so vielen Jahren ihrer Führung noch immer mit Abwanderung, Unterrichtsausfall und wirtschaftlicher Schwäche kämpft.
Die Wahlen im September 2026 werden deshalb zu einer Richtungsentscheidung. Es geht um mehr als Parteien. Es geht darum, ob Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt weiter verwaltet werden – oder ob endlich wieder Politik für die Bürger gemacht wird.
Diese Länder haben mehr verdient als Stillstand. Sie haben Ehrlichkeit verdient. Sie haben Ordnung verdient. Sie haben eine Zukunft verdient.
Quellenverzeichnis
[1] Die Bundeswahlleiterin: Künftige Wahltermine in Deutschland
[2] NDR: MV-Trend zur Landtagswahl – SPD verkürzt Rückstand auf AfD
[3] WELT: AfD führt in Mecklenburg-Vorpommern weiter deutlich – SPD holt aber auf
[4] infratest dimap: Sachsen-AnhaltTREND Mai 2026
[5] Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Wirtschaft wächst 2025 um 1,4 Prozent
[6] Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
[7] Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Rückgang des Bruttoinlandsproduktes 2025 um 0,2 Prozent
[8] Demografie Sachsen-Anhalt: Bevölkerung in Sachsen-Anhalt sinkt weiter
[9] WELT: Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt auf Rekordniveau


