Proteste gegen die Regierung sind legitim, hierzulande wie auch im Ausland. Doch die Grenze ist stets dann überschritten, wenn Demonstrationen in Gewalt umschlagen. Wir haben in den letzten Wochen in Frankreich beobachten können, wie ein anfänglicher Schülerprotest von Linken und Krawallmigranten übernommen wurde. Brennende Barrikaden, verwüstete Innenstädte, geplünderte Geschäfte und verletzte Polizisten: Wie man so mehr finanzielle Mittel für Schulen, bessere Unterrichtsqualität und einen sozial gerechteren Zugang zu Hochschulen (angeblich die Ziele des Protests) erreichen will, bleibt das Geheimnis der Randalierer.
Am 31.10. sind deutschlandweit zahlreiche Proteste angekündigt
Für den kommenden Sonnabend wird nun auch in vielen deutschen Städten zum Protest aufgerufen. Die bundesweite Kampagne steht unter dem Motto „Gen Z regelt das“, eine Anspielung auf die sogenannte Generation Z, unter der die Jahrgänge von 1995 bis 2010 zusammengefasst werden. Man kann sehr wohl der Meinung sein, dass die legitimen Interessen junger Menschen von der Politik nicht ausreichend berücksichtigt werden. Daher sollte politischer Protest nicht von vornherein kriminalisiert werden.
Ausgerechnet ein Berliner Bezirksverband der Jugendorganisation von CDU und CSU, die Junge Union Berlin-Mitte, fordert den Einsatz der Bundeswehr, um „Terror wie in Paris“ zu verhindern [1]. Diese Forderung, die wohl deutlich über das Ziel hinausschießt und mit den engen Grenzen des Grundgesetzes für einen Bundeswehreinsatz im Inneren kaum vereinbar ist, zeigt, wie aufgeladen die Stimmung auch in unserem Land mittlerweile ist [1]. Der Berliner Landesverband der Jungen Union hat sich inzwischen ausdrücklich von seinem Bezirksverband distanziert [2].
Gewalt auch in Deutschland? Selbst die Schülerkonferenz warnt
Die Frage ist, ob ähnliche Szenen wie in Frankreich auch in Deutschland zu erwarten sind. Selbst Vertreter der Bundesschülerkonferenz warnen vor Ausschreitungen, „befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten“ [3]. Es bestehe die Gefahr, „dass andere Akteure solche Demonstrationen für ihre eigenen Zwecke nutzen könnten“ [3].
Anfangs hatte die Bundesschülerkonferenz die Gen-Z-Proteste unterstützt, sich nun aber mit einer Erklärung davon distanziert: „Wir sehen aufgrund undurchsichtiger Organisationsstrukturen die Gefahr, dass die ernstzunehmenden Anliegen junger Menschen zum Spielball politischer Instrumentalisierung und Polarisierung werden können“ [4]. Wenn selbst vormalige Unterstützer sich nun besorgt abwenden, ist wohl tatsächlich höchste Vorsicht geboten.
Inzwischen bröckelt es auch in der Initiative selbst. Ihr bisheriger Sprecher Gianni Matheja hat sich aus der Organisation der Proteste zurückgezogen und sein Amt niedergelegt [5]. Seine Begründung spricht Bände: Unter dem Namen „Gen Z regelt“ kämen inzwischen unterschiedliche Gruppen zusammen, deren Vorstellungen über Ziele und Formen des Protests auseinandergingen. Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe er „unter diesen Umständen nicht mehr ausreichend abgesichert“ [5]. Auch weitere Aktivisten sind ausgestiegen, in Berlin soll die einzige verbliebene Organisatorin der Demonstration Medienberichten zufolge 48 Jahre alt sein [4]. Wer am Ende die Verantwortung trägt, bleibt unklar: Für die Internetseite und den Spendenaufruf zeichnet ein gewisser Akram Selo verantwortlich [5].
Zur Vollständigkeit gehört allerdings auch: Kurz vor dem Protesttag sehen mehrere Sicherheitsbehörden keine konkreten Hinweise auf Ausschreitungen im französischen Ausmaß. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, es lägen derzeit keine konkreten Aufrufe zu Gewalt vor, kündigte aber dennoch eine starke Polizeipräsenz an [6]. Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel betonte: „Deutschland ist nicht Frankreich, Berlin ist nicht Paris“ [7]. Andere Stimmen aus der Polizei schätzen die Lage deutlich ernster ein.
Polizeivertreter sehen konkrete Gefahren durch Linksextreme und Krawallmigranten
Der bayerische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Jürgen Köhnlein, sieht ebenfalls eine konkrete Gefahr: „Wir haben einfach einen linken Block von gewaltbereiten Gruppen, die vor allem Palästinenser-Demos für sich nutzen“ [8]. Auch der Bundesvorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, rechnet mit dem Schlimmsten: „Wir müssen damit rechnen, dass es teils zu tagelangen Ausschreitungen kommt. Und dass es hässliche Bilder gibt, möglicherweise brutale Gewalt“ [9]. Ostermann sieht das Versagen bei der Politik: „Weil der Linksextremismus in Deutschland mehr hofiert wird als auch nur kritisch beäugt. Es gibt kaum eine politische Priorität, Linksextremismus und Islamismus rechtsstaatlich zu bekämpfen“ [9].
Ähnlich deutlich positioniert sich der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, der angesichts der geplanten Proteste vor „jungen Krawallmigranten“ warnt, die „Bock auf Gewalt“ gegen die Sicherheitsbeamten hätten [10].
Die AfD fordert seit Langem, den Linksextremismus entschlossen zu bekämpfen
Was Polizeigewerkschafter heute beklagen, spricht die AfD seit Jahren an. Erst Anfang Oktober hat die AfD-Fraktion im Bundestag einen Maßnahmenkatalog „gegen linksextremistische Gewalt und Terror“ vorgelegt (Drucksache 21/8380) [11]. Darin fordert sie ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen gegen gewaltbereite Linksextremisten, länderübergreifende Schwerpunkt-Ermittlungsgruppen, regelmäßige Lagebilder des Bundeskriminalamts und eine „Verbunddatei Linksextremismus“ [11]. Außerdem verlangt die Fraktion eine Abkehr von Deeskalationsstrategien, die auf Kosten von Leben und Gesundheit der Polizeibeamten gehen, eine robuste Durchsetzung von Recht und Ordnung sowie Verbote der Internetplattform Indymedia und des Vereins Rote Hilfe [11]. Gerade mit Blick auf Großdemonstrationen bemerkenswert: Das Versammlungsrecht soll wieder in die Gesetzgebung des Bundes zurückgeholt werden, damit die Grenzen der Versammlungsfreiheit überall in Deutschland einheitlich gelten [11].
Bereits im Oktober 2025 hatte die Fraktion beantragt, Verbote gegen gewaltbereite Antifa-Gruppierungen zu prüfen und umzusetzen. Im Januar 2026 lehnten alle übrigen Fraktionen diesen Antrag ab [12].
Auch vor Ort warnt die AfD vor dem 31. Oktober. Die AfD-Fraktion im Frankfurter Römer, dem Stadtparlament, erwartet, dass die Sicherheitskräfte mit aller Konsequenz gegen Gewalttäter vorgehen und dafür die volle Rückendeckung der Politik erhalten. Ihr sicherheitspolitischer Sprecher Maximilian Radmann nennt das „Deeskalation durch Stärke“ [13]. In Berlin kritisierte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Tommy Tabor, nach Schülerprotesten am Französischen Gymnasium in Tiergarten, dass sich Jugendliche unter dem Vorwand der „Solidarität mit Frankreich“ von linksradikalen Gruppen wie „Solid Neukölln“ instrumentalisieren ließen. Wer gegen Unterrichtsausfall demonstriere und zugleich die eigene Schule verbarrikadiere, entlarve den politischen Aktivismus hinter der Aktion [14].
Linke Mobilisierung, auch gegen die „rassistische Polizei“
In der Tat mobilisieren linksextreme Gruppen zur Teilnahme an den Schülerprotesten, auch Linken-Chefin Ines Schwerdtner spricht sich dafür aus, die Bewegung in Frankreich als Vorbild zu nehmen [15]. Der erste Instagram-Beitrag des Berliner Ablegers von „Gen Z regelt“ entstand nach Recherchen der taz gemeinsam mit der Neuköllner Jugendorganisation der Linkspartei [16]. Auch gibt es im Netz zahlreiche KI-generierte Flugblätter und Kurz-Videos mit apokalyptischen Szenen („Apokalypse Vibez“): Brände, Gewalt und Straßenschlachten auf deutschen Straßen, versehen mit dem Datum 31.10. [9]. Es gibt daher die Sorge unter Sicherheitsexperten, dass Nachahmer am 31.10. das Ruder übernehmen könnten [17]. Dass es sich nicht nur um Schüler handelt, die für bessere Bedingungen an ihren Bildungseinrichtungen protestieren wollen, wird schon daran deutlich, dass bereits im Vorfeld die „rassistische Polizei“ angeprangert wird [10].
Laut den Sicherheitsbehörden gebe es im Internet zahlreiche Aufrufe, die sich explizit am „Protestgeschehen in Frankreich orientieren“ [3]. Insbesondere auf Städte wie Berlin, Frankfurt am Main und Leipzig blicken die Behörden mit Sorge, Polizeibeamte zum Beispiel aus Bayern sollen dorthin zur Unterstützung entsandt werden [8]. Zum Teil wird die Befürchtung geäußert, dass die Demonstrationen von linksextremistischen Kräften oder Kriminellen aus dem migrantischen Milieu „gekapert“ werden, besonders in Berlin bilde sich diesbezüglich eine „unheilvolle Allianz“ [8]. Auch der Begriff „Purge“ macht die Runde, der auf einen gleichnamigen Spielfilm zurückgeht, in dem die Regierung den Bürgern eine straffreie Nacht im Jahr erlaubt [3].
Forscherin sieht Bildung einer internationalen Bewegung
Die Extremismus-Forscherin Susanne Schröter von der Goethe-Universität Frankfurt am Main sieht bereits das Entstehen einer internationalen Bewegung: „Die berauschen sich an der Gewalt und an der Einschüchterung. Die werden von einem Machtgefühl getragen. Das macht sie gefährlich. In sehr kurzer Zeit ist eine internationale Bewegung entstanden, die in Deutschland beunruhigende Formen annehmen könnte“ [9].
Schröter benennt auch klar, wer dahintersteckt: „Es handelt sich um eine Allianz zwischen Linken und Islamisten“ [9].
Legitimer Protest darf sich nicht von Kriminellen vereinnahmen lassen
Protest gegen die Bedingungen an den Schulen in unserem Land ist mehr als gerechtfertigt. Nach der jüngsten PISA-Studie hängen die Fähigkeiten der Jugendlichen in Deutschland besonders stark von der sozialen Lage ihrer Familien ab, in den Naturwissenschaften ist dieser Zusammenhang so stark wie nie seit Beginn der PISA-Erhebungen [18]. An unseren Bildungseinrichtungen wird seit Jahren gespart, das Ergebnis sind fehlende Lehrkräfte, marode Schulen und ein oft nicht zeitgemäßer Unterricht.
Unsere Kinder sind diejenigen, die die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung am eigenen Leib erleben müssen. Wie sehr das die Schulen belastet, zeigt das Beispiel Berlin: Der AfD-Bildungspolitiker Tommy Tabor verweist auf einen historischen Höchststand von über 405.000 Schülern, endlose Willkommensklassen und massive Defizite bei den Deutschkenntnissen, die alle Ressourcen aufzehrten [14]. Auch dagegen sollte sich der Protest wenden, wenn es wirklich um bessere Lernbedingungen geht.
Doch der Protest ist dann nicht mehr legitim, wenn er sich von Kriminellen vereinnahmen lässt. Dann ist er nicht Teil der Lösung, sondern des Problems.
Quellen
[1] Berliner Zeitung: Junge Union Berlin will Bundeswehr-Einsatz gegen „Schüler“-Proteste: „Terror wie in Paris“ verhindern, 27.10.2026. https://www.berliner-zeitung.de/article/junge-union-berlin-mitte-fordert-bundeswehr-gegen-schuelerproteste-10530191
[2] t-online: GenZ-Proteste: Berliner Landesverband der JU stellt sich gegen eigenen Bezirksverband, 29.10.2026. https://berlin.t-online.de/region/berlin/id_101501704/berlin-ju-distanziert-sich-von-bundeswehreinsatz-bei-genz-protest.html
[3] SWR: Landesweit kündigen junge Menschen Proteste an: Gen Z regelt: Debatte um Proteste am 31.10. – droht Gewalt? – SWR Aktuell
[4] Tagesspiegel: Berliner „Gen Z“-Protest implodiert: Einzige verbleibende Demo-Organisatorin soll 48 Jahre alt sein, 29.10.2026. https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-gen-z-protest-implodiert-einzige-verbleibende-demo-organisatorin-soll-48-jahre-alt-sein-16205796.html
[5] junge Welt: Dezentral und undurchsichtig: Wer regelt Gen Z?, 27.10.2026. https://www.jungewelt.de/artikel/532257.dezentral-und-undurchsichtig-wer-regelt-gen-z.html
[6] News4teachers (mit Material der dpa): Bayerns Innenminister rechnet bei Schülerprotesten zu Halloween nicht mit Gewalt, Oktober 2026. https://www.news4teachers.de/2026/10/bayerns-innenminister-rechnet-bei-schuelerprotesten-zu-halloween-nicht-mit-gewalt/
[7] Berliner Zeitung: Gen-Z-Demo in Berlin: Polizei erwartet keine Krawalle wie in Frankreich, 29.10.2026. https://www.berliner-zeitung.de/article/gen-z-demo-in-berlin-polizei-erwartet-keine-krawalle-wie-in-frankreich-10544534
[8] Merkur: Sorge vor angekündigten Gen-Z-Protesten: Bayern plant massive Polizeipräsenz – „Eskalation verhindern“, 26.10.2026. „Massive Polizei“: Bayern mit klarer Ansage zu Gen-Z-Protesten an Halloween
[9] Bild: Extremisten wollen Frankreich-Krawalle zu uns holen!, 20.10.2026. Die Zitate von Manuel Ostermann und Susanne Schröter gibt t-online abrufbar wieder: https://duesseldorf.t-online.de/region/duesseldorf/id_101489762/frankreich-krawalle-aufrufe-zu-protesten-auch-in-duesseldorf.html
[10] Junge Freiheit: Polizeigewerkschaft warnt vor „Krawallmigranten“ bei Schülerprotesten, 22.10.2026. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/polizeigewerkschaft-warnt-vor-krawallmigranten-bei-schuelerprotesten/
[11] Deutscher Bundestag, heute im bundestag (hib 787/2026): AfD schlägt Maßnahmen gegen Linksextremismus vor, zum Antrag Drucksache 21/8380, 07.10.2026. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1223080
[12] Deutscher Bundestag, Textarchiv: Bundestag lehnt Antrag für ein „Antifa-Verbot“ ab, zum Antrag Drucksache 21/2221, 15.01.2026. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw42-de-antifa-verbote-1114076
[13] AfD-Fraktion im Römer: Pressemitteilung 13/26: AfD-Fraktion fordert konsequentes Vorgehen gegen mögliche Gewalt in Frankfurt am 31.10., 21.10.2026. https://afd-im-roemer.de/aktuelles/2026/10/pressemitteilung-13-26-afd-fraktion-fordert-konsequentes-vorgehen-gegen-moegliche-gewalt-in-frankfurt-am-31-10/
[14] AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: Tommy Tabor (AfD): Schule darf kein Ort für linksradikale Agitation sein, 15.10.2026. https://afd-fraktion.berlin/tommy-tabor-afd-schule-darf-kein-ort-fuer-linksradikale-agitation-sein/
[15] Bild: In 21 Städten drohen Krawalle, 23.10.2026. Krawallgefahr! Wie die Linke die Frankreich-Proteste nach Deutschland holen will | Politik | BILD.de
[16] taz: Jugendproteste am 31. Oktober: Wer ist „Gen Z regelt“ und was wollen sie?, 28.10.2026. https://taz.de/Jugendproteste-Wer-ist-Gen-Z-regelt-und-was-wollen-sie/!6225282/
[17] B.Z.: „Man sollte die Entwicklung ernst nehmen“, 23.10.2026. Experte warnt vor Protesten: „Man sollte die Entwicklung ernst nehmen“ | Polizei | BZ-BERLIN.de
[18] Technische Universität München: PISA-Ergebnisse auf neuem Tiefstand, Pressemitteilung vom 08.09.2026. https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/pisa-ergebnisse-auf-neuem-tiefstand


