Mogelpackungen Stromsteuer und Tankrabatt

Die vermeintlichen Entlastungen kommen beim Bürger kaum an

Seit Monaten erzählt uns die Bundesregierung, dass sie geringe und mittlere Einkommen wirksam entlasten will. Doch wenn konkrete Reformen diskutiert werden, geht es nicht um Entlastungen, sondern um zusätzliche Belastungen. Ob die geplante Rentenreform, die angebliche Stabilisierung der Krankenversicherungen oder die angedachte Pflegereform: Für den Durchschnittsverdiener bringen sie neue finanzielle Belastungen mit sich. Auch die Schaffung neuer Steuern (Zuckersteuer) und die Erhöhung bestehender Steuern (Tabaksteuer) macht das Leben von Millionen Menschen noch teurer.

Zwei vermeintliche Entlastungen, für die sich die Regierung gerne überschwänglich lobt, kommen bei den Bürgern hingegen kaum an.

Die geplante Entlastung bei der Stromsteuer ist ein schlechter Scherz

So soll die Stromsteuer gesenkt werden. Derzeit liegt der reguläre Stromsteuersatz bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde, während die EU einen Mindestwert von 0,1 Cent vorsieht [1]. Wenn die CDU ankündigt, den Stromsteuersatz auf das EU-Minimum zu senken, hört sich das zunächst nach einer gewaltigen Entlastung an. Doch der Teufel liegt wie so oft im Detail. Selbst wenn die Stromsteuer fast vollständig wegfällt, sinkt die Stromrechnung nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox nur um rund sieben Prozent [1]. Der große Rest des Strompreises bleibt unangetastet.

Bei einem Zweipersonenhaushalt mit 2.800 Kilowattstunden Jahresverbrauch würde die jährliche Ersparnis bei etwa 65 Euro liegen [1]. Ein Dreipersonenhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden käme laut Verivox auf 93 Euro im Jahr [1]. Eine monatliche Ersparnis von rund 2,50 Euro pro Person als großen Wurf zu verkaufen, dazu gehört schon ein gehöriges Maß an Abgehobenheit.

Hinzu kommt, dass die bisherigen Entlastungen bei der Stromsteuer einen großen Teil der Unternehmen in Deutschland benachteiligt haben, weil sie bei der Reduzierung nicht berücksichtigt worden sind. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte die Senkung der Stromsteuer für alle im Koalitionsvertrag vereinbart, sich bisher aber nur auf eine Stromsteuersenkung für das produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft verständigen können [1].

Der Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM) stellt dazu fest: „Bislang sorgt die gesetzliche Realität für eine Spaltung: Während Teile der Wirtschaft entlastet werden, bleibt ein Großteil des Mittelstands außen vor. Sie alle müssen ihre Stromrechnungen heute bezahlen – nicht erst in der nächsten Dekade.“ [2]

Doch ob und wann es zu dieser Mini-Entlastung kommt, steht noch in den Sternen. So brauche es laut Bundeskanzler Merz dafür „finanzielle Spielräume im Haushalt“, die es nur dann geben könne, „wenn sich das Wachstum verfestigt und verstetigt“ [1]. Mit einer Politik im Konjunktiv wird das Leben der Menschen jedoch nicht billiger. Auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hält es für falsch, die Senkung der Stromsteuer von erhofftem Wachstum abhängig zu machen. Sein Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing sagt: „Umgekehrt wird ein Schuh daraus“, denn bezahlbarer Strom sei die Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft wieder wächst [1].

Steuernachlass durch Tankrabatt wird nur zum Teil weitergegeben

Auch der sogenannte Tankrabatt erweist sich beim näheren Hinsehen als politische Mogelpackung. Seit dem 1. Oktober gilt bis zum Jahresende erneut eine Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent pro Liter, mit der Mehrwertsteuer sind das knapp 17 Cent [3]. Trotzdem gaben 69 Prozent der Bürger in einer repräsentativen Umfrage an, davon nichts bemerkt zu haben [4]. Das ist wenig verwunderlich, hatten doch auch die Wirtschaftsforschungsinstitute Ifo und DIW berechnet, dass die Steuersenkung nur zu einem Teil an die Autofahrer weitergegeben wird [5]. Auch das Bundeskartellamt spricht von einer Weitergabe, die nicht ganz vollständig ist [6].

Das ist keine neue Erkenntnis. Schon beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni wurde nur ein Teil der Steuerersparnis an die Kunden weitergegeben [3]. Dass die Regierung daraus nichts gelernt und keine Vorkehrungen getroffen hat, um die Ersparnis beim Bürger ankommen zu lassen, ist politischer Dilettantismus.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Weitergabe des Steuervorteils nach Berechnungen des DIW im Zeitverlauf sogar abnimmt [7]. Auch der ADAC hatte bereits wenige Tage nach Beginn des Tankrabatts festgestellt, dass die Preise wieder gestiegen seien: „Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden.“ [8] Da sich Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs kaum verändert hätten, sei der erneute Preisanstieg aus Verbrauchersicht nur schwer nachvollziehbar [8].

Doch auch bei einer vollständigen Weitergabe wäre die Ersparnis überschaubar. Bei durchschnittlich rund 900 gefahrenen Kilometern im Monat und einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer summiert sich der Vorteil über die vollen drei Monate auf etwa 32 bis 36 Euro [5].

Wir haben früh gewarnt und echte Entlastung gefordert

Als AfD-Fraktion im Bundestag haben wir von Anfang an deutlich gemacht, dass ein befristeter Tankrabatt keine echte Entlastung ersetzt. Schon bei der Beratung des ersten Tankrabatts im April hat unser finanzpolitischer Sprecher Kay Gottschalk die Regierung aufgefordert: „Senken Sie die Energiesteuer auf das europäische Minimum, schaffen Sie die CO2-Steuer ab!“ [9] In einem eigenen Antrag haben wir außerdem verlangt, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent zu senken [10]. Wenige Tage nach dem Start des ersten Rabatts haben wir davor gewarnt, dass die Steuersenkung kaum bei den Verbrauchern ankommt und die Preise nach ihrem Auslaufen schlagartig wieder steigen. Statt eines solchen Strohfeuers haben wir eine Pendlerpauschale von 50 Cent ab dem ersten Kilometer gefordert [11]. Auch den zweiten Tankrabatt haben wir als zu spät und zu gering kritisiert [12] und erneut verlangt, Energiesteuer und Stromsteuer zu senken und den CO2-Preis abzuschaffen [13]. Wir haben die Senkung im Bundestag mitgetragen, weil jeder Cent zählt, der bei den Bürgern ankommt. Das eigentliche Versäumnis der Regierung ist aber, dass sie nur kurzfristig an Symptomen herumdoktert, statt die Steuer- und Abgabenlast auf Energie dauerhaft zu senken.

Explosion der Energiepreise ist politisch hausgemacht

Die explodierenden Energiekosten in Deutschland sind kein Naturgesetz. Sie haben ihre Ursache zum einen in einer gegen alle ökonomischen Grundsätze verstoßenden Energiewende, zum anderen in einer Mehrfachbesteuerung, die es in dieser Dreistigkeit nirgendwo sonst gibt. Sowohl die hohen Spritkosten als auch die extrem hohen Stromkosten sind also politisch hausgemacht.

Das Drehen an kleinen Stellschrauben mag in Sonntagsreden für Applaus sorgen und einige Gutgläubige beruhigen, hilft den Bürgern im Alltag aber kaum weiter.

Quellen

[1] Der Tagesspiegel: Senkung der Stromsteuer: Drei-Personen-Haushalt könnte 93 Euro im Jahr sparen, 13.10.2026. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/senkung-der-stromsteuer-drei-personen-haushalt-konnte-93-euro-im-jahr-sparen-16158997.html

[2] Heidelberg24 (IPPEN.MEDIA, zuerst bei merkur.de): „Entlastung heute“: Merz verspricht Stromsteuer-Senkung – Mittelstand nimmt Kanzler in die Pflicht, 12.10.2026. https://www.heidelberg24.de/politik-und-wirtschaft/heute-mittelstand-nimmt-merz-bei-stromsteuer-ankuendigung-in-die-pflicht-keine-versprechen-fuer-morgen-entlastung-zr-94537566.html

[3] Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Tankrabatt, Aktueller Begriff Nr. 14/26, 19.10.2026. https://www.bundestag.de/resource/blob/1225468/tankrabatt.pdf

[4] WEB.DE: Vor allem eine Gruppe meint vom Tankrabatt zu profitieren (Civey-Umfrage), 20.10.2026. https://web.de/magazine/auto/autofahrer-tankrabatt-wahrnehmen-42852518

[5] dpa-AFX via ARIVA.DE: Autofahrer spüren Entlastung durch Tankrabatt kaum, 20.10.2026. https://www.ariva.de/news/autofahrer-spueren-entlastung-durch-tankrabatt-kaum-12174319

[6] Handelsblatt: Entlastung: Tankrabatt landet nicht komplett beim Verbraucher, 15.10.2026. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/entlastung-tankrabatt-landet-nicht-komplett-beim-verbraucher/100262531.html

[7] DIW Berlin, Tomaso Duso: Nur 67 Prozent des Tankrabatts werden an die Verbraucher weitergegeben, 15.10.2026. https://www.diw.de/de/diw_01.c.1022635.de/nur_67_prozent_des_tankrabatts_werden_an_die_verbraucher_innen_weitergegeben.html

[8] autohaus.de (dpa): Entlastung teilweise verpufft: Sprit teurer als zu Beginn des Tankrabatts, 05.10.2026. https://www.autohaus.de/nachrichten/politik/entlastung-teilweise-verpufft-sprit-teurer-als-zu-beginn-des-tankrabatts-3913145

[9] Deutscher Bundestag, Textarchiv: Beratung und Beschluss des Tankrabatts (2. Energiesteuersenkungsgesetz, Drucksache 21/5321), 16. und 24.04.2026. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw17-de-energiesteuersenkung-1165890

[10] AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: Antrag „Von der Einführung einer Übergewinnsteuer absehen, den hohen Kraftstoffpreisen durch gezielte Maßnahmen begegnen“, Drucksache 21/5326, 14.04.2026. https://afdbundestag.de/von-der-einfuehrung-einer-uebergewinnsteuer-absehen-den-hohen-kraftstoffpreisen-durch-gezielte-massnahmen-begegnen/

[11] AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Diana Zimmer: Tank-Rabatt funktioniert nicht, deshalb Pendlerpauschale auf 50 Cent pro Kilometer erhöhen, 06.05.2026. https://afdbundestag.de/tank-rabatt-funktioniert-nicht-deshalb-pendlerpauschale-auf-50-cent-pro-kilometer-erhoehen/

[12] AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Kay Gottschalk und Hauke Finger: Befristeter Tankrabatt kommt zu spät und fällt zu gering aus, 25.09.2026. https://afdbundestag.de/befristeter-tankrabatt-kommt-zu-spaet-und-faellt-zu-gering-aus/

[13] AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Kay Gottschalk: Tankrabatt und Preisdeckel ersetzen keine dauerhafte Steuersenkung, 22.09.2026. https://afdbundestag.de/tankrabatt-und-preisdeckel-ersetzen-keine-dauerhafte-steuersenkung/

Wenn eine „Entlastung“ zur Mogelpackung wird

In kaum einem anderen Land ist die Abgabenlast so groß wie in Deutschland. Nimmt man in die Vergleichsrechnung dann noch hinein, was hierzulande alles nicht funktioniert, obwohl es mit Steuern und Sozialabgaben finanziert wird, dürfte Deutschland mittlerweile Spitzenreiter in der Ausplünderung seiner Bürger sein.

Daher sollte jetzt niemand auf die großspurig vorgestellten „Entlastungspläne“ hereinfallen, die die Bundesregierung auf den Weg bringen will. Schaut man sich diese „Entlastungen“ genauer an, wird schnell deutlich: Bei den meisten Bürgern werden sie gar nicht ankommen.

Worum geht es überhaupt?

Aufgrund der Preisexplosionen an den Tankstellen infolge des Iran-Kriegs sieht sich die Bundesregierung offenbar unter Zugzwang, endlich Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Die sogenannte 12-Uhr-Regel, nach der die Preise an den Zapfsäulen nur einmal täglich erhöht werden dürfen, war reine Symbolpolitik – ohne spürbare Entlastung für die Verbraucher. Nachdem man die massiven Preissteigerungen über Wochen hinweg tatenlos hingenommen hat – während andere europäische Staaten längst Steuersenkungen umgesetzt haben – wird nun hektisch reagiert.

Senkung der Energiesteuer – kommt sie überhaupt an?

Eine der zentralen Maßnahmen ist die geplante Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um jeweils 17 Cent brutto pro Liter – allerdings befristet auf zwei Monate [1]. Bundeskanzler Friedrich Merz begründet diese zeitliche Begrenzung damit, dass der Staat „nicht alle Unsicherheiten, nicht alle Risiken, nicht alle Disruptionen der Weltpolitik auffangen“ könne [1].

Zur Ehrlichkeit würde allerdings gehören, auch zu benennen, dass viele dieser Unsicherheiten politisch selbst herbeigeführt wurden. Ohne das Abschalten eigener Kraftwerke, ohne den Abbruch wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland, ohne die Akzeptanz der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines und ohne die daraus resultierenden neuen Abhängigkeiten wäre die Lage heute eine andere. Die Befristung auf zwei Monate wirkt zudem angesichts der Lage im Nahen und Mittleren Osten realitätsfern. Die Situation rund um die Straße von Hormus ist angespannt, zerstörte Anlagen sind auf unbestimmte Zeit außer Betrieb. Niemand kann derzeit sagen, wann sich der Ölpreis wieder stabilisieren wird. Das Ganze als Entlastung zu verkaufen, wirkt daher wie blanker Hohn.

Auch aus der Wirtschaftswissenschaft kommt deutliche Kritik. Der Ökonom Aaron Praktiknjo bezeichnet die Maßnahme als ineffizient und nicht zielgerichtet, wenn es darum geht, Bedürftige zu entlasten [2]. Andere Experten teilen diese Einschätzung. Veronika Grimm spricht gar von einer Politik mit der Gießkanne und äußert Zweifel daran, dass die Politik die Lage richtig einschätzt [3]. Hinzu kommt: Es ist bislang völlig unklar, wann die Maßnahme überhaupt greifen soll – und noch unklarer, ob sie beim Verbraucher ankommt. Bereits nach Beginn des Ukraine-Kriegs zeigte sich, dass ähnliche Maßnahmen kaum Wirkung entfalten. Trotzdem setzt die Bundesregierung erneut auf denselben Ansatz.

Ein entscheidender Punkt: Es gibt keine Verpflichtung für Mineralölkonzerne, die Steuersenkung tatsächlich weiterzugeben. Es bleibt bei einer bloßen Erwartung. Damit droht am Ende ein milliardenschweres Geschenk an die Mineralölindustrie. Dass es keinen echten politischen Druck geben wird, zeigt sich auch daran, dass sich die Koalition nicht einmal auf eine Übergewinnsteuer einigen kann [1]. Selbst innerhalb der Regierung gibt es Widerstand: Vertreter der SPD lehnen den sogenannten Tankrabatt ab, da sie darin eine Förderung fossiler Antriebe sehen [4].

Eine Entlastung, die andere bezahlen sollen

Eine weitere Maßnahme ist die angekündigte Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien „Entlastungsprämie“ von bis zu 1.000 Euro, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten zahlen können [5]. Was auf den ersten Blick großzügig klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Verschiebung der Verantwortung.

Die Politik verteilt Versprechen – bezahlen sollen es die Unternehmen. Doch viele Betriebe stehen selbst unter massivem Druck und können sich solche Einmalzahlungen schlicht nicht leisten. Es werden Erwartungen geweckt, die in der Realität kaum erfüllbar sind. Konflikte zwischen Belegschaften und Unternehmensleitungen sind damit vorprogrammiert.

Auch Arbeitgebervertreter kritisieren diese Politik deutlich. Die Wirtschaft stagniert seit Jahren, die Kosten steigen – zusätzliche Belastungen sind vielerorts nicht mehr tragbar [3].

Nichts als leere Worte

Von einem großen Wurf kann also keine Rede sein. Zwar wird bereits eine umfassende Reform der Einkommensteuer für den 1. Januar 2027 in Aussicht gestellt – doch ohne jede konkrete Aussage zur Finanzierung [1]. Dabei klaffen im Haushalt schon heute Milliardenlücken.

Die strukturellen Probleme werden seit Jahren verschleppt und immer wieder mit Verweis auf kurzfristige Krisen vertagt. Die aktuellen Maßnahmen zeigen einmal mehr: Hinter großen Ankündigungen steckt wenig Substanz.

Eine echte, spürbare Entlastung für die Bürger ist nicht zu erwarten.

Wer neue Schulden als „Sondervermögen“ verkauft, bei dem muss man auch bei angeblichen „Entlastungen“ skeptisch bleiben. Am Ende droht, dass sich diese sogar als zusätzliche Belastung erweisen.


Quellenverzeichnis

[1] „Bundesregierung plant Energiesteuer-Senkung und 1000 Euro Prämie“, www.heise.de, 13. April 2026
[2] „Tankrabatt 2.0 – hilft das wirklich?“, www.tagesschau.de, 13. April 2026
[3] „„Eine Bombe in die Betriebe“ – Arbeitgebervertreter lehnen 1000-Euro-Prämie ab“, www.welt.de, 14. April 2026
[4] „Noch nicht beschlossen, da kritisiert die SPD schon den Tankrabatt“, jungefreiheit.de, 14. April 2026
[5] „Von Applaus bis Ablehnung: So reagiert der Norden auf die Sprit-Pläne“, www.ndr.de, 14. April 2026

Und wieder bröckelt ein Wahlversprechen!

Die Bundesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, Bürger und Unternehmen zu entlasten. Doch die aktuelle Steuerdebatte zeigt ein anderes Bild. Unter dem Strich drohen zusätzliche Belastungen von bis zu 30 Milliarden Euro jährlich [1].

Im Raum stehen gleich mehrere Maßnahmen. Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer, neue Abgaben wie eine Zuckersteuer, Anpassungen bei der Erbschaftsteuer sowie weitere Eingriffe wie eine Vermögensabgabe oder Übergewinnsteuer. Hinzu kommen bereits steigende Belastungen durch CO₂-Bepreisung und andere bestehende Abgaben [2]. Jede dieser Maßnahmen wird für sich politisch gerechtfertigt. In der Summe ergibt sich jedoch ein klares Bild. Der Staat organisiert keine Entlastung, sondern eine schleichende Mehrbelastung.

Besonders schwer wiegt dabei die Mehrwertsteuer. Sie trifft alle gleichermaßen unabhängig vom Einkommen und verteuert den Alltag unmittelbar. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten wirkt eine solche Maßnahme nicht nur unsozial, sondern auch wirtschaftlich kontraproduktiv, weil sie Konsum und Wachstum zusätzlich ausbremst [3].

Auch andere diskutierte Maßnahmen sind kein Beitrag zur Lösung, sondern verschärfen die Probleme.
Eine höhere Erbschaftsteuer gefährdet Familienunternehmen, eine Vermögensabgabe schwächt Investitionen und eine Übergewinnsteuer schafft Unsicherheit. Gleichzeitig greift der Staat mit immer neuen Verbrauchsteuern gezielt in das Verhalten der Bürger ein [4].

Hinzu kommt, dass die angekündigten Entlastungen deutlich hinter den zusätzlichen Belastungen zurückbleiben. Während Entlastungen in Höhe von rund 20 Milliarden Euro im Raum stehen, könnten die zusätzlichen Einnahmen durch neue und erhöhte Steuern deutlich darüber liegen [1].

Das Ergebnis ist eindeutig. Unter dem Strich steht keine Entlastung, sondern ein Belastungspaket.

Hohe Spritpreise und das Anreizproblem des Staates

Besonders deutlich wird das strukturelle Problem bei den Kraftstoffpreisen. Steigende Preise für Benzin und Diesel belasten Bürger und Unternehmen massiv. Gleichzeitig führen sie aber automatisch zu höheren Staatseinnahmen. Allein durch den Anstieg der Spritpreise wurden in kurzer Zeit rund 320 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen in einem einzigen Monat erzielt. Hochgerechnet entspricht das bis zu knapp vier Milliarden Euro jährlich [10].

Der Mechanismus dahinter ist simpel. Die Mehrwertsteuer wird prozentual auf den Gesamtpreis erhoben. Steigt der Preis, steigt automatisch auch der Steueranteil. Der Staat verdient also an jeder Preissteigerung direkt mit. Damit entsteht ein klares Anreizproblem. Während Bürger und Unternehmen unter hohen Energiepreisen leiden, profitiert der Staat finanziell von genau dieser Entwicklung.

Das erklärt auch die politische Zurückhaltung bei echten Entlastungen. Wer von hohen Preisen profitiert, hat wenig Anreiz, diese spürbar zu senken.

Die Folge ist ein gefährliches Ungleichgewicht. Die Belastung liegt bei den Bürgern, der finanzielle Vorteil beim Staat.

Die eigentliche Herausforderung bleibt ungelöst

Die eigentlichen Probleme werden dabei nicht angegangen. Deutschlands wirtschaftliche Schwächen sind strukturell. Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie, hohe Steuerlast und sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Diese Probleme lassen sich nicht durch immer neue Steuern lösen, sondern nur durch Reformen.

Was es braucht, ist eine klare Priorisierung staatlicher Ausgaben, weniger Bürokratie und echte Entlastungen für Bürger und Wirtschaft. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch ein anderes Muster. Der Staat wächst und die Belastung wächst mit.

Quellenverzeichnis

[1] Politische Debatte über Steuererhöhungen und Haushaltslücken (verschiedene Medienberichte, 2026)
[2] Überblick über geplante Steuermaßnahmen und CO₂-Bepreisung (wirtschaftspolitische Analysen)
[3] Auswirkungen von Mehrwertsteuererhöhungen auf Konsum und Wachstum (ökonomische Studien)
[4] Diskussionen zu Vermögensabgabe, Erbschaftsteuer und Übergewinnsteuer (aktuelle politische Berichte)
[5] Analyse zur Preisentwicklung bei Kraftstoffen, Augsburger Allgemeine
https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/mineraloelkonzerne-und-der-staat-wer-verdient-wie-viel-am-spritpreis-113688129
[6] Staatliche Abgaben auf Kraftstoffpreise, Capital
https://www.capital.de/geld-versicherungen/benzinpreis–so-kann-der-staat-die-energiepreise-beeinflussen-37208094.html
[7] Zusätzliche Einnahmen durch steigende Spritpreise, Welt
https://www.welt.de
[8] Steueranteil am Kraftstoffpreis, ADAC
https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/
[9] Bundesfinanzministerium zu Spritpreisen, Deutschlandfunk
https://www.deutschlandfunk.de/bundesfinanzministerium-keine-mehreinnahmen-des-bundes-durch-hohe-spritpreise-100.html
[10] Schätzung staatlicher Mehreinnahmen durch gestiegene Spritpreise, WELT / n-tv, 2026

Alles Gute zum Schulanfang wünscht euch Lars Schieske.

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