Millionen für Forst und Vetschau

Gut für unsere Bäder, aber keine sportpolitische Erfolgsgeschichte

Für das Freibad in Forst sind 2.231.250 Euro Bundesförderung vorgesehen, für das Sommerbad in Vetschau weitere 1.795.500 Euro. Ich begrüße diese Unterstützung ausdrücklich. Beide Einrichtungen sind wichtig für unsere Region, für Familien, den Schwimmunterricht und das Vereinsleben. Jeder Euro, der ihren Erhalt sichert, geht in die richtige Richtung. [1]

Doch angesichts des gewaltigen Sanierungsstaus bleibt diese Förderung ein Tropfen auf dem heißen Stein. Während die SPD-Bundestagsabgeordnete Maja Wallstein die Entscheidung als starkes Signal feiert, sehe ich darin vor allem eine überfällige Reparatur an den Folgen jahrelang verfehlter Politik.

Der Sanierungsstau verschwindet nicht durch Erfolgsmeldungen

Der bundesweite Sanierungsbedarf bei Sportstätten, zu denen auch Schwimmbäder gehören, wird auf rund 40 Milliarden Euro geschätzt. Diese Größenordnung nannte auch der damalige DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester. Dahinter stehen marode Hallen, verschlissene Anlagen und Bäder, deren Zukunft auf dem Spiel steht. [2]

Wie dramatisch die Lage ist, wurde auch im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Bundestages deutlich. Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen bezifferte den Sanierungsrückstand bei kommunalen und vereinseigenen Sportstätten seines Landes auf rund 3,6 Milliarden Euro. Besonders alarmierend sei die Situation der Schwimmbäder: Nach Angaben des Verbandes wurden zwischen 2000 und 2019 rund 600 Bäder geschlossen. [3]

Wer diese Entwicklung kennt, sollte bei einzelnen Förderzusagen mit politischen Siegesmeldungen zurückhaltender sein.

23-fach überzeichnet: Der Bedarf ist längst bekannt

Schon die erste Förderrunde für kommunale Sportstätten zeigte das Missverhältnis: Für 333 Millionen Euro Fördermittel gingen mehr als 3.600 Interessenbekundungen mit einer beantragten Fördersumme von über 7,5 Milliarden Euro ein. Gemessen am beantragten Geld war das Programm rund 23-fach überzeichnet. [4]

Beim jetzigen Schwimmbadprogramm wiederholt sich das Bild. Rund 960 Projektskizzen mit einem Förderbedarf von etwa 3,2 Milliarden Euro standen einem Fördertopf von 250 Millionen Euro gegenüber. Das entspricht einer rund 13-fachen Überzeichnung. [5] Diese Zahlen zeigen, wie weit die bereitgestellten Mittel hinter den angemeldeten Vorhaben zurückbleiben. Für viele Kommunen geht das Warten weiter.

Die aktuelle Projektauswahl wurde nach Informationen aus unserer Fraktion im Haushaltsausschuss einstimmig beschlossen, also auch mit Zustimmung der AfD. Wir unterstützen konkrete Hilfe vor Ort. Unsere Kritik an der unzureichenden Gesamtpolitik bleibt deshalb genauso berechtigt.

Gemeinden informiert, Cottbus geht leer aus

Auch ich habe die Gemeinden auf diese Fördermöglichkeit aufmerksam gemacht und die zuständigen Amtsleiter und Bürgermeister angeschrieben. Mir war wichtig, dass die Chancen auf Unterstützung vor Ort bekannt sind und genutzt werden können.

Umso mehr bedauere ich, dass meine Heimatstadt Cottbus von dieser Förderrunde nicht profitiert. Mit unserer Lagune haben wir ebenfalls ein Schwimmbad mit erheblichem Sanierungsstau. Für die Cottbuser ist dieser Bedarf genauso dringend. Während andernorts Förderzusagen gefeiert werden, bleibt bei uns eine wichtige Aufgabe ungelöst. Auch deshalb kann ich in diesem Programm keine ausreichende Antwort auf die Probleme unserer Sportstätten erkennen.

Unsere Vorschläge lagen längst auf dem Tisch

Wir haben als AfD ein Sanierungsprogramm von 40 Milliarden Euro gefordert. Den entsprechenden Antrag 21/2032 haben wir in den Bundestag eingebracht. Im Ausschuss für Sport und Ehrenamt lehnten CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke diesen Antrag am 5. November 2025 geschlossen ab. [3]

Zusätzlich haben wir für den Haushalt 2026 einen konkreten Ansatz von vier Milliarden Euro beantragt. Dahinter steht ein Zehnjahresprogramm mit jährlich vier Milliarden Euro, um den Sanierungsstau systematisch abzubauen. [6]

Deshalb überzeugt mich Wallsteins Jubel nicht. Ihre SPD hat im zuständigen Fachausschuss unseren umfassenden Sanierungsvorschlag abgelehnt. Jetzt präsentiert sie einzelne Förderzusagen als Beleg erfolgreicher Politik. Für mich passt das nicht zusammen. Die Menschen brauchen eine verlässliche Perspektive für ihre Sportstätten.

Auch in Potsdam fehlt die finanzielle Verlässlichkeit

Bei meinen Gesprächen am Olympiastützpunkt in Potsdam zu Beginn dieser Woche wurde erneut deutlich, dass die Bundesmittel für die Unterhaltung der Sportstätten aus Sicht meiner Gesprächspartner nicht ausreichen.

Damit endet das Problem auch nicht mit einer sanierten Halle oder einem erneuerten Schwimmbecken. Anlagen müssen dauerhaft unterhalten, technische Einrichtungen gewartet und der laufende Betrieb gesichert werden. Wer nur die Sanierung fördert und die Finanzierung danach offenlässt, schafft die nächste Baustelle gleich mit.

Förderpolitik muss im Alltag funktionieren

In meinem Beitrag „Fördergeld mit Hindernissen“ habe ich bereits beschrieben, wie komplizierte Verfahren, Eigenanteile und knappe Verwaltungskapazitäten den Zugang zu Fördermitteln erschweren. Gerade kleine Kommunen und ehrenamtlich geführte Vereine brauchen einfache Verfahren und Planungssicherheit. [7]

Auch mein Beitrag zur „Sportmilliarde als Rechnung“ griff einen grundlegenden Widerspruch auf: Förderversprechen helfen wenig, wenn Vereine gleichzeitig mit steuerlicher Unsicherheit und zusätzlicher Bürokratie kämpfen. Meine Forderung bleibt, das Ehrenamt finanziell und organisatorisch zu entlasten. [8]

Hinzu kommt: Der Schwimmbadtopf wird aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität gespeist. Auch dieses Geld muss am Ende erwirtschaftet und zurückgezahlt werden. Umso wichtiger sind klare Prioritäten und eine dauerhafte Stärkung der kommunalen Finanzen. [9]

Ich freue mich für Forst und Vetschau. Den Mitarbeitern, Vereinen und Besuchern gönne ich diese Unterstützung von Herzen. Eine erfolgreiche Sportpolitik messe ich aber daran, ob der Sanierungsstau dauerhaft sinkt und Sportstätten verlässlich betrieben werden können. Dafür reichen einzelne Förderbescheide und die dazugehörigen Pressemitteilungen nicht aus.

Quellen

[1] Maja Wallstein: Bundesförderung für die Freibäder in Forst und Vetschau, 23. September 2026

[2] Interview mit DOSB-Vorstandsvorsitzendem Torsten Burmester zum Zustand des deutschen Sports

[3] Wortprotokoll des Ausschusses für Sport und Ehrenamt vom 5. November 2025: LSB-Angaben auf Seite 9, Abstimmung auf Seite 32

[4] Carsten Körber: Bundesprogramm zur Sportstättensanierung 23-fach überzeichnet

[5] BBSR: 960 Projektskizzen und rund 3,2 Milliarden Euro beantragte Förderung für Schwimmbäder

[6] AfD-Änderungsanträge zum Haushalt 2026: Vier Milliarden Euro für Sportstättensanierung, Seite 15

[7] Lars Schieske: Fördergeld mit Hindernissen

[8] Lars Schieske: Hey! Die Sportmilliarde kommt! Nur leider als Rechnung.

[9] Bundesregierung: Finanzierung und Durchführung des Sportstättenprogramms, Drucksache 21/5213

Sportabzeichen ins Zeugnis – Bewegung endlich wieder belohnen

Die körperliche Aktivität vieler Kinder und Jugendlicher in Deutschland liegt deutlich unter den empfohlenen Werten. Bewegungsmangel, Übergewicht und nachlassende motorische Fähigkeiten sind längst kein Randproblem mehr, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung mit weitreichenden Folgen. Genau deshalb hat die AfD-Bundestagsfraktion einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, um das Deutsche Sportabzeichen als besondere Auszeichnung bundesweit im Schulzeugnis zu verankern. [1][2][3]

Bewegungsmangel wird zur gesellschaftlichen Herausforderung

Die Zahlen sind alarmierend.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kindern und Jugendlichen täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität mittlerer bis hoher Intensität. In Deutschland erreichen dieses Ziel jedoch nur vergleichsweise wenige junge Menschen: Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts erfüllen 10,8 Prozent der Mädchen und 20,9 Prozent der Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren die entsprechende WHO-Empfehlung. [1][2]

Auch Übergewicht bleibt ein ernstes Thema. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren in der KiGGS-Welle 2 rund 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig; 5,9 Prozent waren von Adipositas betroffen. [4]

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei der Schwimmfähigkeit. Laut DLRG konnten in einer repräsentativen Befragung 20 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. Zudem galten 58 Prozent der Zehnjährigen trotz vorhandener Schwimmabzeichen nicht als sichere Schwimmer. [5]

Wenn jedes fünfte Kind im Grundschulalter nicht schwimmen kann, ist das nicht nur ein sportliches Problem – sondern auch ein Sicherheitsproblem.

Hinzu kommen erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen. Der Antrag der AfD-Bundestagsfraktion verweist auf eine DIW-Studie, wonach in Deutschland jährlich Kosten von rund 60 Milliarden Euro unter anderem durch Bewegungsarmut und Fehlernährung entstehen. [3]

Deutschland steuert damit nicht nur auf eine gesundheitliche, sondern langfristig auch auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Belastungsprobe zu.

Moderne Lebenswelt fördert Bewegungsmangel

Die Ursachen dieser Entwicklung liegen auf der Hand.

Kinder und Jugendliche verbringen heute viel Zeit mit digitalen Medien. Eine Bestandsaufnahme im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums verweist darauf, dass die tägliche Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zeitweise auf über vier Stunden pro Tag angestiegen ist. [6]

Freizeit wird zunehmend digital statt körperlich aktiv gestaltet. Gerade deshalb braucht es wieder gezielte Anreize für Bewegung und sportliche Leistung.

Denn Sport ist weit mehr als Freizeitbeschäftigung. Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt Fitness, Knochen- und Muskelgesundheit, mentale Gesundheit sowie kognitive Entwicklung. [7]

Wer sich regelmäßig bewegt, entwickelt nicht nur körperliche Leistungsfähigkeit, sondern häufig auch mehr Selbstvertrauen, Disziplin und Durchhaltevermögen.

Schulsport allein reicht nicht mehr aus

Natürlich besitzt der Schulsport weiterhin eine wichtige Funktion. Doch zwei oder drei Sportstunden pro Woche können regelmäßige Bewegung im Alltag nicht ersetzen.

Hinzu kommen vielerorts strukturelle Probleme: sanierungsbedürftige Sportstätten, fehlende Hallenzeiten und eine angespannte Situation bei Schwimmbädern. Der Bund fördert inzwischen erneut die Sanierung kommunaler Sportstätten und Schwimmbäder, was den erheblichen Investitionsbedarf unterstreicht. [8][9]

Auch die DLRG warnt seit Jahren vor Bäderschließungen und deren Folgen für Schwimmausbildung und Schwimmunterricht. [10]

Gleichzeitig empfinden viele Schüler klassische Sportnoten als frustrierend oder demotivierend. Nicht jeder entwickelt Freude am Sport, wenn ausschließlich Defizite bewertet werden.

Genau hier setzt das Deutsche Sportabzeichen an.

Das Deutsche Sportabzeichen schafft Motivation statt Demotivation

Das Deutsche Sportabzeichen prüft zentrale motorische Fähigkeiten:

  • Ausdauer,
  • Kraft,
  • Schnelligkeit,
  • Koordination

sowie einen verpflichtenden Schwimmnachweis. Die Anforderungen richten sich nach Alter, Geschlecht und gegebenenfalls Behinderung. [11]

Dabei steht nicht der reine Konkurrenzgedanke im Mittelpunkt, sondern die persönliche Leistung und individuelle Entwicklung.

Anders als klassische Schulnoten orientieren sich die Anforderungen an klaren, nachvollziehbaren Kriterien. Dadurch entsteht ein transparenter Leistungsmaßstab, der viele Kinder eher motivieren als abschrecken kann.

Das Sportabzeichen belohnt Einsatz, Disziplin und Leistungsbereitschaft – Eigenschaften, die weit über den Sport hinaus Bedeutung besitzen.

Gerade in einer Zeit, in der Leistung oft relativiert oder kleingeredet wird, braucht es wieder sichtbare Anerkennung für Einsatz, Training und persönliche Entwicklung. Kinder und Jugendliche brauchen Motivation statt Gleichmacherei.

Das Deutsche Sportabzeichen setzt genau hier an:
Nicht Herkunft oder soziale Stellung entscheiden – sondern persönlicher Einsatz und eigene Leistung.

Sport stärkt Gesundheit, Persönlichkeit und Gemeinschaft

Sport erfüllt nicht nur gesundheitliche Aufgaben. Er stärkt auch:

  • Selbstvertrauen,
  • Teamfähigkeit,
  • Durchhaltevermögen,
  • Leistungsbereitschaft
  • und soziale Integration.

Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich nachweislich positiv auf Fitness, Wohlbefinden und mentale Gesundheit aus. [7]

Gerade Sportvereine leisten hierbei seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie verbinden Menschen unterschiedlicher Herkunft, vermitteln Werte und schaffen Gemeinschaft.

Sport ist identitätsstiftend. Gemeinsame sportliche Ziele verbinden Menschen unabhängig von sozialer Herkunft oder familiärem Hintergrund. Mannschaftsgeist, Fairness und gegenseitiger Respekt stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt weit über den Sport hinaus.

Das Deutsche Sportabzeichen kann deshalb ein zusätzlicher Anreiz sein, Kinder frühzeitig dauerhaft für Bewegung zu begeistern.

Gleichzeitig kann die stärkere Einbindung des Sportabzeichens auch die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen fördern. Genau dies fordert die AfD-Bundestagsfraktion in ihrem Antrag. [3]

Das Sportabzeichen hat längst praktische Bedeutung

Das Deutsche Sportabzeichen ist nicht irgendeine symbolische Urkunde.

Es besitzt bereits heute praktische Relevanz. Beim Zoll ist es beispielsweise für Bewerber des mittleren Dienstes vorgeschrieben. [12]

Auch Krankenkassen erkennen das Sportabzeichen teilweise im Rahmen ihrer Bonusprogramme an. Eine Übersicht des Deutschen Olympischen Sportbundes weist zahlreiche entsprechende Bonusregelungen aus. [13]

Damit besitzt die Auszeichnung längst einen konkreten gesellschaftlichen Mehrwert.

Umso unverständlicher ist es, dass diese Leistung bislang kaum sichtbar im schulischen Kontext gewürdigt wird.

Deutschland darf im Nachwuchssport nicht weiter zurückfallen

Sportliche Spitzenleistungen entstehen nicht zufällig. Sie entstehen durch frühe Förderung, Motivation und stabile Strukturen.

Wenn Deutschland seine sportliche Leistungsfähigkeit langfristig sichern will, muss bereits im Kindes- und Jugendalter angesetzt werden.

Das Deutsche Sportabzeichen kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um Leistungsbereitschaft, Bewegung und sportliche Motivation frühzeitig zu fördern.

Deshalb haben wir einen Antrag in den Bundestag eingebracht

Die AfD-Bundestagsfraktion fordert daher mit ihrem Antrag:

  • das Deutsche Sportabzeichen bundesweit als besondere Auszeichnung im Schulzeugnis zu vermerken,
  • die Möglichkeit zur Ablegung im regulären Sportunterricht verbindlich vorzusehen,
  • sicherzustellen, dass ausreichend qualifizierte Prüfer an Schulen vorhanden sind,
  • die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen auszubauen,
  • Sportstätten und Schwimmbäder stärker zu fördern
  • sowie Bewegung und körperliche Fitness wieder stärker ins Zentrum der Bildungspolitik zu rücken. [3][14]

Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Pflicht für Schüler.

Das Sportabzeichen soll ein freiwilliges Angebot bleiben – aber eines, das sichtbar anerkannt und gesellschaftlich aufgewertet wird.

Bewegung darf in Deutschland kein Nebenthema sein

Wenn Kinder sich zu wenig bewegen, wenn Schwimmfähigkeit verloren geht und gesundheitliche Probleme bereits in jungen Jahren sichtbar werden, dann reicht bloßes Zuschauen nicht mehr aus.

Deutschland braucht wieder eine Kultur der Bewegung, der Leistungsbereitschaft und der körperlichen Fitness.

Das Deutsche Sportabzeichen kann dafür ein wichtiger Baustein sein.

Denn Sport ist mehr als Freizeit.
Sport stärkt Gesundheit, Disziplin, Gemeinschaft – und am Ende auch unsere Gesellschaft insgesamt.


Quellenverzeichnis

[1] Weltgesundheitsorganisation: Empfehlungen zur körperlichen Aktivität für Kinder und Jugendliche

[2] Robert Koch-Institut: Bewegungsverhalten von älteren Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Journal of Health Monitoring 1/2024

[3] Deutscher Bundestag, Drucksache 21/5494: Antrag der AfD-Fraktion „Das Deutsche Sportabzeichen als besondere Auszeichnung im Schulzeugnis integrieren“

[4] Robert Koch-Institut: Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

[5] DLRG: Zahl der Nichtschwimmer im Grundschulalter hat sich verdoppelt

[6] Bundesministerium für Gesundheit: Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland

[7] Weltgesundheitsorganisation: Physical activity – gesundheitliche Wirkungen von Bewegung

[8] Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Bund fördert Sanierung von 314 kommunalen Sportstätten

[9] Deutscher Bundestag: Bundesmittel für die Sanierung von Sportstätten

[10] DLRG: Rettet die Bäder

[11] Deutsches Sportabzeichen: Voraussetzungen und Leistungsanforderungen

[12] Zoll Karriere: Deutsches Sportabzeichen als Voraussetzung im mittleren Dienst

[13] Deutscher Olympischer Sportbund: Anerkennung des Sportabzeichens durch Krankenkassen, Übersicht 2025

[14] Deutscher Bundestag: Kurzmeldung zum Antrag der AfD-Fraktion

Ein Programm mit großer Ankündigung, aber geringer Wirkung

Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ sollte ein starkes Signal sein: Investitionen in die Infrastruktur, in Vereine, in den Schulsport, kurz gesagt in das Rückgrat unserer Gesellschaft. Die Realität sieht jedoch anders aus. Während bundesweit tausende Kommunen auf Unterstützung hoffen, bleibt am Ende nur ein Bruchteil der Projekte übrig, die tatsächlich gefördert werden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 3.684 Interessensbekundungen mit einem Förderbedarf von über 7,5 Milliarden Euro stehen lediglich 333 Millionen Euro gegenüber. Das Programm ist damit um das 23-fache überzeichnet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass unzählige dringend notwendige Sanierungen auf der Strecke bleiben. [1]

Unsere Region geht leer aus

Besonders bitter ist das für Regionen wie Cottbus und den Spree-Neiße-Kreis. In meinem Wahlkreis wurde kein einziges Projekt berücksichtigt. Kein Sportplatz, keine Halle, keine Anlage.

Dabei ist der Investitionsstau hier seit Jahren offensichtlich. Vereine kämpfen mit maroden Einrichtungen, Schulen mit unzureichenden Bedingungen für den Sportunterricht. Für mich persönlich, auch als Sportler, ist das mehr als nur eine politische Entscheidung. Es ist ein klares Signal, welchen Stellenwert Sport aktuell hat.

Der tatsächliche Investitionsstau

Die Probleme sind längst bekannt und auch belegt. Laut Bundestagsdrucksache stehen viele Sportanlagen kurz vor dem Aus. Vier von zehn Kommunen befürchten bereits Einschränkungen im Sportbetrieb, weil Hallen und Schwimmbäder marode sind. [2]

Der Investitionsstau geht in die Milliarden. Schätzungen gehen von mindestens 40 Milliarden Euro aus, Tendenz steigend. [2] Das zeigt: Die aktuell bereitgestellten Mittel reichen bei weitem nicht aus. Sie decken nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs.

Unsere Forderungen sind klar

Deshalb haben wir im Bundestag einen eigenen Antrag eingebracht. Die Forderungen sind eindeutig und orientieren sich an der Realität vor Ort:

  • Ein bundesweites Förderprogramm in Höhe von 40 Milliarden Euro über einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren. [2]
  • Eine klare Beteiligung des Bundes von 90 Prozent, damit auch finanzschwache Kommunen profitieren können. [2]
  • Eine deutliche Entbürokratisierung der Verfahren, damit Mittel schnell und unbürokratisch vor Ort ankommen. [2]

Diese Forderungen habe ich auch in meiner Rede im Bundestag deutlich gemacht. Es reicht nicht, punktuell Programme aufzulegen. Es braucht eine langfristige und verlässliche Finanzierung, die den tatsächlichen Bedarf abbildet. [3]

Sport ist keine Nebensache

Dabei wissen wir alle: Sport ist weit mehr als Freizeitbeschäftigung. Er ist Gesundheitsvorsorge, Integration, Gemeinschaft und Nachwuchsförderung zugleich. Gerade im ländlichen Raum sind Sportvereine oft das soziale Zentrum. Wenn hier nicht investiert wird, trifft das nicht nur Gebäude, es trifft Menschen.

Falsche Prioritäten der Bundesregierung

Umso unverständlicher ist es, dass an anderer Stelle Milliardenbeträge bereitgestellt werden, während es für die grundlegende Infrastruktur vor Ort nicht reicht. Die Frage drängt sich auf: Sind die Prioritäten der Bundesregierung richtig gesetzt?

Ein Programm, bei dem nur jedes 23. Projekt überhaupt eine Chance hat, kann kaum als Erfolg gewertet werden. Es wirkt eher wie Symbolpolitik ohne echte Wirkung in der Fläche.

Fazit

Dass Kommunen sich überhaupt auf solche Programme verlassen müssen, zeigt ein grundlegendes Problem. Statt strukturell zu stärken, wird punktuell verteilt. Statt langfristig zu planen, wird kurzfristig reagiert.

Für die Menschen in unserer Region bleibt am Ende vor allem eines: Enttäuschung. Wenn wir wollen, dass Deutschland auch in Zukunft ein Land des Breitensports, der Vereine und der aktiven Gemeinschaft bleibt, dann müssen wir umdenken. Es braucht verlässliche Investitionen, klare Prioritäten und endlich den politischen Willen, den Investitionsstau wirklich anzugehen.

Quellenverzeichnis

[1] Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, Pressemitteilung

[2] Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2032:
https://dserver.bundestag.de/btd/21/020/2102032.pdf

[3] Rede zum Antrag „Sanierung von Sportstätten“:
https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/rede-antrag-zu-sanierung-von-sportstaetten-im-bundestag-mit-klarer-forderung/

Alles Gute zum Schulanfang wünscht euch Lars Schieske.

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