Massiver Stellenabbau in der deutschen Automobilindustrie

Das Ergebnis zahlreicher politischer Fehlentscheidungen

Die Automobilbranche war über Jahrzehnte hinweg das große Rückgrat der deutschen Industrie. Die großen Autobauer standen wohl wie kaum eine andere Wirtschaftssparte international für „Made in Germany“. Nicht nur sie sicherten stabile und gut bezahlte Arbeitsplätze, sondern mit den vielen kleinen und mittelgroßen Zulieferer-Betrieben wurde ein ökonomisches Biotop geschaffen, das die deutsche Volkswirtschaft am Laufen hielt, wenn andere wichtige Branchen schwächelten.

Doch die Zeichen mehren sich, dass diese Ära nun auf ihr Ende zugeht.

100.000 Stellen könnten bei VW wegfallen – mehrere Werke auf dem Prüfstand

So soll der Vorstand von VW einen Stellenabbau in der Größenordnung von 100.000 Arbeitsplätzen planen [1]. Ursprünglich war im Jahr 2024 ein Abbau von 50.000 Stellen angedacht worden [2]. Noch ist VW Europas größter Autokonzern und hat weltweit 657.000 Mitarbeiter [3].

Die neuen Pläne basieren auf dem neuen Zielbild 2030, das VW-Chef Oliver Blume kürzlich vorgestellt hatte [3]. Denkbar ist, dass ganze Werke für immer ihre Pforten schließen müssen. Ins Auge gefasst werden diesbezüglich wohl die Standorte Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk in Neckarsulm [3]. Sobald die dort derzeit gebauten Modelle auslaufen, sei der Stopp der kompletten Produktion geplant [4].

Ebenfalls sicher ist schon jetzt, dass im Laufe des Jahres 2027 auch in Osnabrück die VW-Produktion eingestellt wird [2]. Stattdessen gibt es dort Überlegungen, neue Kooperationen mit der Rüstungsindustrie aufzubauen [2].

„Ruhrpott-Moment“ der deutschen Autoindustrie?

Politische Beobachter in den betroffenen Standorten sprechen bereits vom „Ruhrpott-Moment“, also dem möglichen Sterben einer ganzen Branche mit dem dauerhaften Verlust von Strukturen und Arbeitsplätzen [5].

Den nun öffentlich gewordenen Plänen zugrunde liegt die Erkenntnis, dass das alte Geschäftsmodell der Fahrzeugentwicklung in Deutschland, der Produktion in Europa und des weltweiten Exports nicht mehr funktioniere [3]. Neue Modelle werden aus Kostengründen oft schon jetzt in günstigeren Ländern hergestellt [2].

Nur bei sehr hochpreisigen Modellen lohnt sich die Produktion aufgrund der höheren Gewinnmarge in Deutschland noch, doch auch bei diesen liegt die Nachfrage unter den Erwartungen [2]. Eigentlich könnten die bestehenden Werke in Deutschland zwölf Millionen Autos pro Jahr bauen, gefertigt werden aber lediglich neun Millionen [6]. Nur die üppigen Gewinne aus China konnten diese Lücke lange Zeit kompensieren [6].

Im Jahr 2022 hatte VW eine Kooperation mit Bosch für die Entwicklung autonomen Fahrens gestartet, doch diese milliardenschwere Allianz soll nun beendet werden, zeitgleich sollen mehrere Konzernteile verkauft werden [6]. Auch ist angedacht, den Konzern neu zu sortieren und einzelne Bestandteile in eigene Gesellschaften einzubringen, um die abgespaltenen Marken besser am Kapitalmarkt platzieren zu können [4].

VW-Übernahme durch chinesischen Autobauer sei nicht ausgeschlossen

Erst im April hatte der VW-Konzern einen massiven Gewinneinbruch vermelden müssen und als Gründe vor allem die hohen Kosten und Probleme auf dem chinesischen Markt angegeben [2]. Die Zahl der in China verkauften VW-Fahrzeuge hat sich seit 2019 um ein Drittel verringert [6]. Experten zufolge sei es kaum noch möglich, in Deutschland wettbewerbsfähig zu produzieren [7].

Apropos China: Die Lage ist mittlerweile so angespannt, dass Experten selbst eine Übernahme von VW durch einen chinesischen Konzern nicht ausschließen. So warnte der renommierte Ökonom Moritz Schularick: „VW wird wahrscheinlich von einem chinesischen Autohersteller aufgekauft. Etwa von BYD“ [6].

Stellenabbau droht auch bei anderen Herstellern

Und VW ist kein Einzelfall. Auch bei den sogenannten Premium-Autobauern wird erwartet, dass demnächst tausende Arbeitsplätze wegfallen werden [7]. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, rechnet sowohl bei BMW als auch bei Mercedes mit einem Stellenabbau im mittleren einstelligen Prozentbereich [7]. Auch das würde eine Streichung von mehreren zehntausend Stellen bedeuten.

BMW hatte kürzlich eine Gewinnwarnung herausgegeben, die dazu zwinge, „die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen“ zu beschleunigen [7]. Das dürfte eine nette Umschreibung für massiven Stellenabbau sein.

Das gleiche Lied beim Sportwagenhersteller Porsche: Dort sollen ebenfalls Stellen gestrichen werden, noch im Laufe des Monats werde ein Zukunftspaket vorgestellt [8]. Auch hier zwingen schwache Verkaufszahlen zum Abbau von weiteren Stellen, nachdem bereits im vergangenen Jahr angekündigt worden war, 4.000 Stellen einzusparen [8].

Ideologische Experimente führen zur Deindustrialisierung Deutschlands

Diese alarmierenden Zahlen sind nur der Gipfel des Eisbergs. Fallen bei den großen Herstellern zehntausende Stellen weg, betrifft das in der Folge eine umso größere Zahl im Bereich der Zulieferer. Viele Standorte sind auf Gedeih und Verderb mit den Produktionsstätten verbunden. Müssen sie schließen oder nur signifikant Stellen abbauen, hat das weitreichende Konsequenzen für den Haushalt und die Zukunftsperspektive der betroffenen Kommunen.

Die schleichende Deindustrialisierung führt seit Jahren zu steigenden Zahlen an Unternehmensinsolvenzen. Aufgrund der Häufigkeit ist das oft nur noch eine Randnotiz in der Lokalzeitung. Trifft es nun auch die großen Milliardenkonzerne, weiß man, wie dramatisch die Lage ist.

Die politisch verordnete Energiewende hatte explodierende Strompreise zur Folge. Die Sanktions- und Boykottpolitik gegenüber Russland hat uns von wichtigen und bezahlbaren Ressourcen abgeschnitten und in neue, teure Abhängigkeiten getrieben. Die ebenfalls politisch hausgemachte Verkehrswende hat das Auto – insbesondere den Verbrenner – und damit eine Stütze unserer eigenen Wirtschaft zum Feindbild erklärt.

Wer solche Entscheidungen aus ideologischen Gründen trifft, ohne über die Folgen nachzudenken, zerstört die ökonomische Zukunft unseres Landes.

Quellenverzeichnis

[1] „Bericht über massiven Stellenabbau bei VW: Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr“, www.heise.de, 26. Juni 2026

[2] „VW will 100.000 Jobs streichen – vier Werke auf der Kippe“, www.ndr.de, 26. Juni 2026

[3] „Bei VW könnten bis zu 100.000 Stellen wegfallen“, www.tagesschau.de, 26. Juni 2026

[4] „Bericht: VW will wohl deutlich mehr Stellen abbauen“, www.zdfheute.de, 26. Juni 2026

[5] „Das ist der Ruhrpott-Moment fürs Land“, www.bild.de, 26. Juni 2026

[6] „Deutschlands Top-Ökonom: BYD wird VW wahrscheinlich kaufen“, www.focus.de, 6. Juli 2026

[7] „Premium-Autobauer dürften Tausende Jobs streichen“, www.n-tv.de, 23. Juni 2026

[8] „Porsche will weitere Stellen streichen“, www.zeit.de, 6. Juli 2026

Klausurtagung in meiner Heimatstadt Cottbus – intensive Arbeit und wertvoller Austausch

Für unsere erste Klausurtagung standen uns damals keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung. Deshalb fand diese noch im Bundestag in Berlin statt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass wir nun unsere zweite Klausur außerhalb des Bundestages durchführen konnten und das ausgerechnet in meiner Heimatstadt Cottbus.

Diese drei Tage waren für mich weit mehr als nur ein Arbeitstreffen. Natürlich stand die inhaltliche Arbeit im Vordergrund. Wir haben intensiv über die Themen auf unserer Tagesordnung diskutiert, Positionen ausgetauscht, auch kontrovers debattiert und am Ende gemeinsame Lösungen gefunden. Daraus sind zwei Positionspapiere entstanden, hinter denen ich voll und ganz stehe. Diese können Sie sich hier anschauen:

Positionspapier-Neue-Wirtschaftskraft-entfesseln.pdf

Rente-und-Altersvorsorge-und-Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende.pdf

Gleichzeitig bot die Klausurtagung aber auch die Gelegenheit, sich abseits des parlamentarischen Alltags persönlich besser kennenzulernen. Gerade in einer anderen Umgebung und Atmosphäre entstehen oft die Gespräche, die im normalen Betrieb zu kurz kommen. Für mich persönlich kann ich sagen, dass diese Tage sehr viel gebracht haben.

Besonders gefreut hat mich, dass unsere Fraktion Cottbus als Veranstaltungsort gewählt hat. Dafür möchte ich mich ausdrücklich beim Vorstand der Bundestagsfraktion bedanken. Auch das Hotel hat uns hervorragend betreut. Der Hoteldirektor, der Eigentümer und der Geschäftsführer waren äußerst zuvorkommend, trotz der teilweise kritischen Zuschriften, die sie im Vorfeld erhalten hatten. Sie haben dabei klar zum Ausdruck gebracht, dass sie als Geschäftsleute handeln und sich nicht politisch vereinnahmen lassen.

Die Sicherheitslage während der Klausur war angespannt. Es gab eine Gegendemonstration und wir mussten unter hohen Sicherheitsvorkehrungen arbeiten. Der Zugang war streng kontrolliert, das Gelände vollständig abgesichert. Gäste konnten nicht mitgebracht werden. Diese Maßnahmen waren notwendig, nicht zuletzt aufgrund der teils einseitigen Berichterstattung sowie der Stimmungsmache durch verschiedene Organisationen und Medien. Mein Dank gilt daher ausdrücklich der Polizei Brandenburg und dem BKA, die für unsere Sicherheit gesorgt haben.

Ein persönliches Anliegen war es mir, meinen Kollegen auch meine Heimatstadt näherzubringen. Ich habe ihnen unter anderem den Cottbuser Ostsee gezeigt, um zu verdeutlichen, wie bestehende Energiestrukturen verändert werden. Außerdem haben wir gemeinsam einen Rundgang durch die Altstadt gemacht, den Bürgertreff „Mühle“ besucht, der aus einer Bürgerbewegung heraus entstanden ist, sowie den Branitzer Park. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv und viele waren überrascht, wie schön und lebenswert Cottbus ist.

Inhaltlich haben wir uns mit den drängenden Zukunftsfragen unseres Landes beschäftigt. Deutschland befindet sich aus meiner Sicht in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Steigende Energiepreise, hohe Steuer und Abgabenlasten, zunehmende Bürokratie und eine aus meiner Sicht fehlgeleitete Wirtschaftspolitik setzen unseren Standort massiv unter Druck. Unternehmen wandern ab, Investitionen bleiben aus und Arbeitsplätze gehen verloren.

Wir haben daher klare Positionen erarbeitet, um Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Dazu gehören unter anderem eine Senkung der Staatsquote, bezahlbare und sichere Energie, steuerliche Entlastungen, weniger Bürokratie sowie die Förderung von Innovation und heimischen Fachkräften.

Die Klausurtagung hat für mich deutlich gezeigt, dass unsere Fraktion geschlossen, zielgerichtet und mit klarer inhaltlicher Linie arbeitet. Ich nehme aus diesen Tagen viele wichtige Impulse mit und blicke motiviert auf die kommenden Monate im Bundestag.

Ich freue mich schon auf die nächste Klausurtagung, auch wenn sie sicherlich in einer anderen Stadt stattfinden wird. Umso mehr hoffe ich, dass wir im kommenden Jahr wieder in einer ähnlich intensiven und konstruktiven Form zusammenkommen.

Ifo-Prognose als Alarmsignal: Deutschlands Wirtschaft stagniert

Das Ifo-Institut bestätigt erneut, was viele Bürger im Alltag längst spüren: Die deutsche Wirtschaft kommt nicht voran. Ein echter Aufschwung ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht. In seiner aktuellen Winterprognose hat das Ifo-Institut die Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet das Institut lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent und spricht damit faktisch von einer wirtschaftlichen Stagnation [1]. Für 2026 rechnet das Ifo nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, für 2027 lediglich mit 1,1 Prozent – jeweils rund einen halben Prozentpunkt weniger als noch in der Herbstprognose [1]. Deutschland tritt wirtschaftlich auf der Stelle.

Die Ursachen sind klar benannt. Einerseits belasten neue US-Zölle exportorientierte deutsche Unternehmen erheblich. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts können diese zusätzlichen Handelshemmnisse das deutsche Bruttoinlandsprodukt um mehrere Zehntelprozentpunkte senken und das ohnehin schwache Wachstum weiter dämpfen [2]. Besonders betroffen sind exportstarke Branchen, die über Jahrzehnte das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildeten.

Doch die gravierenderen Probleme liegen im Inland. Die Wirtschaftsforscher sprechen offen aus, was politisch seit Jahren verdrängt wird: Die deutsche Wirtschaft ist strukturell geschwächt und kaum noch anpassungsfähig. In seiner Prognose verweist das Ifo-Institut ausdrücklich auf hohe Standortkosten, zunehmende Bürokratie sowie Defizite bei Infrastruktur und Verwaltung als zentrale Wachstumsbremsen [1]. Innovationen werden dadurch systematisch behindert.

Unternehmen verlieren Zeit und Geld in einem schwerfälligen Behördensystem, das vielfach seine Funktionsfähigkeit eingebüßt hat. Neue Gründungen scheitern nicht an Ideen, sondern an Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren, die in anderen Industrieländern deutlich schneller abgewickelt werden. Auch diese strukturellen Defizite werden vom Ifo-Institut seit Jahren kritisch benannt [1].

Hinzu kommt der Zustand der Infrastruktur. Straßen, Brücken, Schienen und digitale Netze sind überlastet oder sanierungsbedürftig. In seiner Winterprognose warnt das Ifo ausdrücklich davor, dass der fortschreitende Substanzverzehr die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands untergräbt [1]. Deutschland lebt wirtschaftlich zunehmend von seiner Vergangenheit – und diese Substanz wird spürbar dünner.

Statt diese strukturellen Schwächen konsequent anzugehen, reagiert die Bundesregierung mit zusätzlichen Belastungen. Hohe Energiepreise, verschärfte Klimavorgaben, komplexe Förderinstrumente und ein immer stärker regulierter Arbeitsmarkt verschlechtern laut Ifo die Investitionsbedingungen weiter [1]. Die Folge sind sinkende Investitionen, Standortverlagerungen und eine schleichende Deindustrialisierung. Der Arbeitsmarkt bleibt derzeit nur deshalb vergleichsweise stabil, weil viele Unternehmen Personal aus Vorsicht halten – auch das ist nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher kein nachhaltiger Zustand.

Ein anderer wirtschaftspolitischer Ansatz ist notwendig

Die AfD zieht aus diesen Befunden klare Schlussfolgerungen. Ihr Wahlprogramm setzt auf einen grundlegenden Kurswechsel, um den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Zentrale Elemente sind ein konsequenter Bürokratieabbau, eine bezahlbare und sichere Energieversorgung ohne ideologische Vorgaben, steuerliche Entlastungen für Unternehmen und Arbeitnehmer sowie gezielte Investitionen in die reale Infrastruktur. Industrie, Mittelstand und Handwerk benötigen planbare Rahmenbedingungen statt politischer Experimente.

Schlussfolgerung

Die aktuelle Ifo-Prognose ist kein gewöhnlicher Konjunkturbericht, sondern ein deutliches Alarmsignal. Ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,1 Prozent im laufenden Jahr zeigt, wie tief die strukturellen Probleme mittlerweile reichen. Ohne einen grundlegenden politischen Kurswechsel droht eine dauerhafte Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Vorschläge der AfD knüpfen genau an diesen Befund an: wirtschaftliche Vernunft, Entlastung der Leistungsträger und eine Politik, die sich wieder an den Interessen des eigenen Landes orientiert.


Quellenverzeichnis

[1] Ifo-Institut: Konjunkturprognose Winter 2025 – Strukturwandel hält Deutschland fest im Griff, München, Dezember 2025.
[2] Ifo-Institut: Auswirkungen neuer US-Zölle auf die deutsche Wirtschaft, Auswertung und Medienberichterstattung u. a. n-tv und Reuters, Dezember 2025.

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