Regine-Hildebrandt-Grundschule: Teilerfolge ohne Zahlen

Radio Cottbus hat am 29. Oktober 2026 berichtet, Oberbürgermeister Tobias Schick spreche bei der Gewalt an der Regine-Hildebrandt-Grundschule von „Teilerfolgen“ [1]. Die Aussagen stammen allerdings aus einer Pressekonferenz vom 13. Oktober [2][3]. Keine dieser Quellen nennt eine einzige Zahl, die eine tatsächliche Verbesserung belegt. Ein Teilerfolg, den niemand messen kann, ist für die Eltern in Sachsendorf ein schwacher Trost. Deshalb frage ich nach, und deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was die AfD in Stadt, Land und Bund seit Langem fordert.

Was der Oberbürgermeister gesagt hat

Auf der Pressekonferenz am 13. Oktober sagte Tobias Schick (SPD), es gebe auf dem Schulhof wieder „ein anderes Sicherheitsgefühl“ [3]. Der Sicherheitsdienst an besonders betroffenen Schulen sei „erstmal ein bisschen befremdlich“ gewesen, habe aber Wirkung gezeigt [2][3]. Laut den Berichten gab es Gefährderansprachen in einzelnen Familien, also Gespräche, in denen mutmaßliche Täter und Eltern auf Konsequenzen hingewiesen werden. Einzelne „delinquente Kinder“ wurden aus ihrer Schule genommen und gesondert unterrichtet [2][4]. Zeitweise standen 50 bis 60 mögliche Beteiligte im Blick der Behörden [5].

Zwei Sätze des Oberbürgermeisters unterschreibe ich sofort. „Hören wir auf, die Dinge irgendwie kleinzureden“, sagte er, und die Probleme seien „nicht mit einem Schlag weg, sondern da müssen wir dranbleiben“ [3]. Genau deshalb reicht es nicht, von Teilerfolgen zu sprechen. Wie viele Vorfälle es vorher gab und wie viele es heute gibt, hat die Stadt bisher nicht gesagt. Radio Cottbus berichtet zudem, der Sicherheitsdienst sei inzwischen schrittweise reduziert worden [1]. Wer eine Maßnahme zurückfährt, sollte belegen können, dass sie nicht mehr gebraucht wird.

Was die Zahlen aus unserer Anfrage zeigen

Zahlen zu den einzelnen Schulen liegen vor, weil wir danach gefragt haben. Auf unsere Anfrage AN-149/26 teilte die Stadt im September mit, dass im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 37 Strafverfahren mit Tatort an der Regine-Hildebrandt-Grundschule oder in ihrem Umfeld geführt wurden [6]. Nur an der Sachsendorfer Oberschule waren es mehr, nämlich 44 [6]. Mitte Januar hatte der seinerzeitige Innenminister René Wilke im Innenausschuss des Landtages noch von 25 Ermittlungsverfahren mit Bezug zu dieser Grundschule gesprochen [7]. Ob beide Zahlen gleich gezählt wurden, ist offen. Sind sie vergleichbar, kamen nach dem Cottbus-Gipfel vom 16. Januar [8] noch mindestens ein Dutzend Verfahren hinzu.

Auch das neue Schuljahr begann nicht ruhig. Bis Mitte September wurden bereits 10 neue Strafanzeigen erfasst, unter anderem im Zusammenhang mit der Regine-Hildebrandt-Grundschule [6]. Ob die Lage heute besser ist als vor einem Jahr, lässt sich mit diesen Angaben nicht sagen. Genau das müsste die Stadt aber belegen, wenn sie von Erfolgen spricht.

Was ich jetzt von der Stadt wissen will

Die Antwort auf AN-149/26 ließ viele Fragen offen. Deshalb habe ich dreizehn Nachfragen vorbereitet. Ich will wissen, an welchen Schulen der Sicherheitsdienst seit Januar eingesetzt war, was er gekostet hat und wie viele Schüler in den gesonderten Lerngruppen unterrichtet wurden. Ich frage, welche Ergebnisse der für den Frühsommer angekündigte zweite Cottbus-Gipfel gebracht hat. Und ich will erfahren, warum ausgerechnet die Regine-Hildebrandt-Grundschule und die Sachsendorfer Oberschule nicht unter den Schulen waren, die im Januar Präventionsveranstaltungen erhielten [6].

Unter den Tatverdächtigen waren 96 Kinder unter 14 Jahren [6]. Sie sind nach § 19 Strafgesetzbuch schuldunfähig, für sie ist das städtische Jugendamt gefragt. Ich will wissen, wie oft das Jugendamt eingeschaltet wurde, welche Hilfen es gab und wie viele Kinder danach erneut auffielen. Weitere Nachfragen betreffen Mehrfachtatverdächtige, die Herkunft der Tatverdächtigen, Doppelstaatler, den aufenthaltsrechtlichen Status und die Zahl der Abschiebungen. Wer Teilerfolge verkündet, muss auch diese Fragen beantworten können.

Was die AfD in Stadt, Land und Bund gefordert hat

In Cottbus hat unsere Fraktion bereits 2023/2024 in der Stadtverordnetenversammlung beantragt, Sicherheitspersonal an Brennpunktschulen einzurichten. Die anderen Fraktionen lehnten das damals mit dem Hinweis auf eine angeblich fehlende konzeptionelle Grundlage und eine drohende Stigmatisierung ab [9]. Inzwischen hat die Stadt selbst einen Sicherheitsdienst eingesetzt und lobt seine Wirkung [2][3]. Nach dem Brandbrief der Eltern im Dezember 2025 haben wir dauerhaftes Sicherheitspersonal während der gesamten Unterrichtszeit gefordert, dazu verbindliche Ordnungsmaßnahmen, abgestimmte Verfahren von Polizei, Jugendamt und Schulaufsicht, Rückendeckung für Lehrer sowie die Abschiebung ausländischer Straftäter [9]. Mit der Anfrage AN-149/26 und den jetzt vorbereiteten Nachfragen haben wir die Zahlen zu jeder einzelnen Schule öffentlich gemacht [6].

Im Land Brandenburg hat die AfD-Landtagsfraktion im Oktober 2025 ein Meldeportal für Gewalt an Schulen eingerichtet, weil nach unserer Auffassung viele Vorfälle verschwiegen werden [10]. Unser bildungspolitischer Sprecher Dennis Hohloch hat mit einer Kleinen Anfrage kritisiert, dass vorsätzliche einfache Körperverletzungen an Schulen nach einem neuen Rundschreiben des Bildungsministeriums nicht mehr melde- oder anzeigepflichtig sind. Die Anfrage verweist auf eine Sonderauswertung des Landeskriminalamtes, nach der 2024 allein 853 solcher Fälle erfasst wurden, 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr [11]. Im März 2026 beantragte die Fraktion außerdem Modellprojekte für eine Stadtpolizei in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel [12]. Der AfD-Landesverband forderte bereits im August 2025, straffällige Migranten konsequent abzuschieben und die Kommunen nicht länger allein zu lassen [13].

Im Bundestag hat die AfD-Fraktion im März 2026 den Antrag eingebracht, Gewalt und andere schwerwiegende Übergriffe an Schulen systematisch zu erfassen, zu untersuchen und zu verhindern (Drucksache 21/4940) [14]. Bund und Länder sollen ein Lagebild erstellen, das auch Vorfälle unterhalb der Schwelle der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Die Ursachen sollen wissenschaftlich untersucht werden, ausdrücklich auch ein möglicher Zusammenhang mit Migration, und daraus sollen Handlungskonzepte entstehen [14]. Der Antrag wurde am 26. März 2026 beraten und an die Ausschüsse überwiesen [15].

Erfolge muss man messen, nicht verkünden

Ich erkenne an, dass die Stadt gehandelt hat, und vieles davon hat die AfD längst gefordert, als andere noch von Stigmatisierung sprachen. Aber ein Sicherheitsgefühl ist kein Lagebild. Ich fordere deshalb, dass die Stadt regelmäßig und öffentlich berichtet, wie sich die Zahl der Vorfälle an der Regine-Hildebrandt-Grundschule und den anderen belasteten Schulen entwickelt. Der Sicherheitsdienst darf erst dann reduziert werden, wenn diese Zahlen eine echte Entspannung zeigen. Und die Prävention gehört zuerst an die Schulen, an denen die meisten Taten geschehen.

Die Kinder in Sachsendorf und ihre Eltern brauchen keine Teilerfolge auf Pressekonferenzen. Sie brauchen eine Schule, an der sie sich jeden Tag sicher fühlen. Daran werde ich die Stadt messen, und dazu werde ich weiter nachfragen.

Quellen

[1] Radio Cottbus: Gewalt an der Regine-Hildebrandt-Grundschule in Cottbus: Oberbürgermeister spricht von Teilerfolgen, 29.10.2026. https://www.radiocottbus.de/2026/10/29/gewalt-an-der-regine-hildebrandt-grundschule-in-cottbus-oberbuergermeister-spricht-von-teilerfolgen/

[2] Nordkurier (dpa): Cottbuser OB sieht erste Erfolge nach Gewalttaten an Schulen, 13.10.2026. https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/cottbuser-ob-sieht-erste-erfolge-nach-gewalttaten-an-schulen-4934834

[3] Berliner Abendblatt (dpa): Cottbuser OB sieht erste Erfolge nach Gewalttaten an Schulen, 13.10.2026. https://berliner-abendblatt.de/berlin-news/cottbuser-ob-sieht-erste-erfolge-nach-gewalttaten-an-schulen-id351504

[4] News4teachers (mit Material der dpa): Nach Gewalttaten an Schulen: Delinquente Schüler werden gesondert beschult, 13.10.2026. https://www.news4teachers.de/2026/10/nach-gewaltttaten-an-schulen-delinquente-schueler-werden-gesondert-beschult-es-wirkt/

[5] News4teachers (mit Material der dpa): Brutale Schulattacke: Polizei geht zu Verdächtigen nach Hause, 18.10.2026. https://www.news4teachers.de/2026/10/brutale-schulattacke-polizei-geht-zu-verdaechtigen-nach-hause-und-ermahnt-eltern/

[6] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Fachbereich Ordnung und Sicherheit: Antwort auf die Anfrage AN-149/26 der AfD-Fraktion „Gewalt an Cottbuser Schulen“, 23.09.2026. SessionNet | Anfrage zu Gewalt an Cottbuser Schulen

[7] Niederlausitz aktuell: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Gewalt an Cottbuser Grundschule, 15.01.2026. https://www.niederlausitz-aktuell.de/niederlausitz-aktuell/orte/cottbus/307898/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-gewalt-an-cottbuser-grundschule.html

[8] Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg: „Cottbus-Gipfel“ gegen Gewalt unter Schülern, Pressemitteilung vom 16.01.2026. https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~16-01-2026-cottbus-gipfel-gegen-gewalt-unter-schuelern

[9] Lars Schieske: Wenn Schulen kippen, versagt die Politik. Brandbriefe aus Cottbus und Ludwigshafen sind der letzte Warnruf, 16.12.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/wenn-schulen-kippen-versagt-die-politik-brandbriefe-aus-cottbus-und-ludwigshafen-sind-der-letzte-warnruf/

[10] Nordkurier (dpa): AfD-Fraktion schaltet Meldeportal für Gewalt an Schulen, 07.10.2025. https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/afd-fraktion-schaltet-meldeportal-fuer-gewalt-an-schulen-3990171

[11] Landtag Brandenburg: Kleine Anfrage Nr. 714 der Abgeordneten Dennis Hohloch, Dr. Dominik Kaufner und Volker Nothing (AfD-Fraktion), Drucksache 8/1864, 13.10.2025. https://afd-fraktion-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/10/1864.pdf

[12] Landtag Brandenburg: Antrag der AfD-Fraktion „Modellprojekte von Stadtpolizeien in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel errichten“, Drucksache 8/2529, 10.03.2026. https://afd-fraktion-brandenburg.de/wp-content/uploads/2026/03/2529.pdf

[13] AfD Brandenburg: Migrantengewalt an Cottbuser Schulen eskaliert, Pressemitteilung vom 22.08.2025. https://afd-brandenburg.de/migrantengewalt-an-cottbuser-schulen-eskaliert-die-sicherheit-unserer-kinder-ist-nicht-verhandelbar/

[14] Deutscher Bundestag, heute im bundestag: AfD fordert umfassendes Konzept gegen Gewalt an Schulen, 25.03.2026 (zu Drucksache 21/4940). https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1157992 Antrag: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104940.pdf

[15] Deutscher Bundestag: Anträge zu Gewalt an Schulen und „religiösem Zwang“ debattiert, 26.03.2026. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw13-de-gewalt-an-schulen-1156770

Gewalt an Cottbuser Schulen: 278 Anzeigen in einem Schuljahr

Im Schuljahr 2025/2026 hat die Polizei 278 Strafanzeigen wegen Gewalt an Cottbuser Schulen aufgenommen [1]. Das steht in der Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage AN-149/26 unserer Fraktion, die zur Stadtverordnetenversammlung am 23. September 2026 beantwortet wurde. Die Zahlen bestätigen, wovor ich seit Jahren warne. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass die Stadt auf entscheidende Fragen keine Auskunft gibt.

278 Anzeigen, 27 Schulen, vor allem Sachsendorf

Von den 278 Anzeigen hat die Polizei 257 bereits an die Staatsanwaltschaft Cottbus abgegeben (Stand 16. September 2026) [1]. 208 Verfahren lassen sich einem Tatort an einer Schule oder in ihrem unmittelbaren Umfeld zuordnen. Betroffen sind 27 Schulen. Fast die Hälfte dieser Fälle entfällt auf nur drei Schulen: 44 auf die Sachsendorfer Oberschule, 37 auf die Regine-Hildebrandt-Grundschule und 20 auf die Theodor-Fontane-Gesamtschule. Weitere 20 Verfahren betreffen die Gesamtschule Spree-Neiße in Kolkwitz [1].

Es geht dabei nicht um Rangeleien auf dem Pausenhof. Die Polizei zählt 86 Körperverletzungen, 72 gefährliche Körperverletzungen, also Angriffe etwa mit Waffen, gefährlichen Gegenständen oder durch mehrere Täter gemeinsam, dazu 42 Bedrohungen und 39 Beleidigungen. Hinzu kommen 10 Raubtaten, 2 schwere Raubtaten, 6 Erpressungen und 3 räuberische Erpressungen, 3 Verstöße gegen das Waffengesetz sowie mehrere Sexualdelikte, darunter 3 Fälle nach § 177 Strafgesetzbuch (sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) und 2 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern [1].

Die Tatverdächtigen sind überwiegend selbst sehr jung: 96 Kinder unter 14 Jahren, die noch nicht strafmündig sind, 76 Jugendliche, 17 Heranwachsende und 20 Erwachsene [1]. Mehr als 80 Prozent sind also Kinder und Jugendliche. Geschädigt wurden 93 Kinder, 94 Jugendliche, 14 Heranwachsende und 62 Erwachsene [1]. Auch im neuen Schuljahr geht es weiter: Bis Anfang September 2026 kamen bereits 10 neue Anzeigen hinzu, wieder unter anderem an der Sachsendorfer Oberschule und an der Regine-Hildebrandt-Grundschule [1].

Sechs von zehn Tatverdächtigen sind keine Deutschen

Bei 204 Tatverdächtigen nennt die Polizei die Staatsangehörigkeit. 81 von ihnen sind Deutsche, 123 sind Ausländer [1]. Das sind rund 60 Prozent. Allein 52 Tatverdächtige haben die syrische Staatsangehörigkeit, also etwa jeder vierte. Es folgen 22 russische, 11 afghanische und 8 ukrainische Staatsangehörige [1]. Zum Vergleich: In ganz Cottbus liegt der Ausländeranteil bei knapp 15 Prozent der Einwohner (Stand 30. Juni 2026) [2]. Wie hoch der Anteil unter den Schülern ist, veröffentlicht die Stadt nicht. Er dürfte höher liegen als in der Gesamtbevölkerung, weil viele zugewanderte Familien junge Kinder haben. Genau diese Zahl muss die Stadt vorlegen, damit sich der Abstand sauber einordnen lässt [BELEG FEHLT: Ausländeranteil unter Cottbuser Schülern].

Das ist keine Aussage über syrische oder andere ausländische Kinder im Allgemeinen. Die meisten von ihnen gehen friedlich zur Schule und leiden selbst unter der Gewalt. Es ist aber eine Aussage darüber, dass Integration an mehreren Cottbuser Schulen gescheitert ist und dass man darüber offen sprechen muss.

Seit Jahren bekannt, seit Monaten eskaliert

Neu ist das Problem nicht. Bereits im Oktober 2023 habe ich hier berichtet, dass sich die Gewalt an Cottbuser Schulen verdoppelt hatte und dass damals 32 von 73 Tatverdächtigen keine Deutschen waren [3]. Im November 2025 habe ich auf das Meldeportal der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg für Gewalt an Schulen hingewiesen [4]. Im Dezember 2025 haben Eltern der Regine-Hildebrandt-Grundschule in einem Brandbrief Übergriffe, Reizgas auf dem Schulhof, Drohungen und Erpressungen geschildert [5].

Im Januar 2026 berichtete Innenminister René Wilke im Innenausschuss des Landtages von 108 Ermittlungsverfahren im Schulumfeld seit Ende Juni 2025 [6]. Die Polizei richtete eine eigene Ermittlungsgruppe „Schule“ ein [6]. Am 16. Januar 2026 vereinbarten Innenminister Wilke, Bildungsminister Steffen Freiberg und Oberbürgermeister Tobias Schick beim sogenannten Cottbus-Gipfel einen Sicherheitsdienst, mehr Polizei auf Schulhöfen und Schulwegen, Wohnsitzauflagen für zugewiesene Familien und die Sicherung von Präventionsprojekten [7]. Acht Monate später steht die Zahl bei 278 Anzeigen. Zwar sind Ermittlungsverfahren und Anzeigen nicht völlig gleich gezählt, doch die Richtung ist eindeutig.

Was die Stadt nicht beantwortet

Unsere Anfrage enthielt vier Fragen. Beantwortet wurden sie nur zum Teil. Nach dem Anteil der Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund und ohne ausreichende Deutschkenntnisse bei der Einschulung hatten wir ausdrücklich gefragt. Dazu steht in der Antwort kein Wort [1]. Ebenso fehlt der aufenthaltsrechtliche Status der Tatverdächtigen, also ob sie etwa geduldet sind, eine Aufenthaltsgestattung im Asylverfahren besitzen oder ausreisepflichtig sind. Auch die Zahl der Doppelstaatler nennt die Stadt nicht. Eine Aufschlüsselung der Nationalitäten nach Schulen erfolgt nach eigener Aussage nicht [1].

Bei der Prävention wird es noch dünner. Im Januar 2026 fanden 31 Veranstaltungen mit 577 Teilnehmern statt [1]. Statt der erbetenen Liste aller Kurse nennt die Stadt nur fünf Schulen, eine davon in Spremberg. Die Sachsendorfer Oberschule und die Regine-Hildebrandt-Grundschule, wo sich die meisten Fälle häufen, tauchen in dieser Aufzählung nicht auf [1]. Nach einer Erfolgskontrolle hatten wir gefragt. Die Antwort beschränkt sich darauf, dass Lehrer und Schüler die Veranstaltungen positiv wahrnähmen [1]. Das ist ein Stimmungsbild, keine Wirkungskontrolle.

Auf die Frage nach ausländerrechtlichen Maßnahmen gegen straffällige Schüler und ihre Sorgeberechtigten nennt die Stadt keinen einzigen konkreten Fall und keine einzige Zahl. Sie verweist auf Zuständigkeiten, auf die Zentrale Ausländerbehörde des Landes und darauf, dass es im vergangenen Jahr Abschiebungen gegeben habe [1]. Wie viele, bleibt offen. Und ob die im Januar angekündigten Wohnsitzauflagen [7] überhaupt umgesetzt wurden, erfahren die Stadtverordneten ebenfalls nicht.

Was jetzt passieren muss

Wer Probleme lösen will, muss sie zuerst vollständig kennen. Ich fordere deshalb, dass die Stadt die fehlenden Angaben nachliefert: den Aufenthaltsstatus der Tatverdächtigen, den Ausländeranteil unter den Cottbuser Schülern und die Zahl der Fälle je Schule nach Staatsangehörigkeit, selbstverständlich anonymisiert. Unsere Fraktion wird diese Fragen erneut stellen.

An den am stärksten belasteten Schulen braucht es dauerhaft Sicherheitspersonal, nicht nur für ein paar Monate. Prävention gehört zuerst dorthin, wo die Gewalt stattfindet, und sie muss an ihrer Wirkung gemessen werden, nicht an der Zahl der Vorträge. Die angekündigten Wohnsitzauflagen müssen umgesetzt und öffentlich bilanziert werden. Und wer ausreisepflichtig ist und Straftaten begeht, muss das Land auch tatsächlich verlassen. Dafür will ich Zahlen sehen, keine Textbausteine.

Die Leidtragenden sind die Kinder, deutsche wie ausländische, die sich an ihrer Schule nicht mehr sicher fühlen, und die Lehrer, die allein gelassen werden. Ihnen schulden Stadt und Land keine Stimmungsberichte, sondern sichere Schulen. Dafür setze ich mich weiter ein.

Quellen

[1] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Dezernat Ordnung, Sicherheit, Sport, Gesundheit und Bürgerservice: Antwort auf die Anfrage AN-149/26 der AfD-Fraktion „Gewalt an Cottbuser Schulen“ zur Stadtverordnetenversammlung am 23.09.2026 SessionNet | Anfrage zu Gewalt an Cottbuser Schulen

[2] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Kommunalstatistik: Bevölkerung, Stand 30.06.2026. https://cottbus.de/kommunalstatistik/bevoelkerung/

[3] Lars Schieske: Die Realität holt Cottbus ein, 26.10.2023, aktualisiert 07.03.2025. https://lars-schieske.de/newsblog/allgemeines/die-realitaet-holt-cottbus-ein/

[4] Lars Schieske: Gewalt an Schulen in Brandenburg, 08.11.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/gewalt-an-schulen-in-brandenburg/

[5] Lars Schieske: Wenn Schulen kippen, versagt die Politik. Brandbriefe aus Cottbus und Ludwigshafen sind der letzte Warnruf, 16.12.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/wenn-schulen-kippen-versagt-die-politik-brandbriefe-aus-cottbus-und-ludwigshafen-sind-der-letzte-warnruf/

[6] Niederlausitz aktuell: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Gewalt an Cottbuser Grundschule, 15.01.2026. https://www.niederlausitz-aktuell.de/niederlausitz-aktuell/orte/cottbus/307898/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-gewalt-an-cottbuser-grundschule.html

[7] Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg: „Cottbus-Gipfel“ gegen Gewalt unter Schülern, Pressemitteilung vom 16.01.2026. https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~16-01-2026-cottbus-gipfel-gegen-gewalt-unter-schuelern

Mobiler Stammtisch

Liebe Cottbuser,

es ist mal wieder Zeit für einen zünftigen Stammtisch – aber diesmal machen wir es anders: Wir gehen mobil! In lockerer Atmosphäre wollen wir gemeinsam über die aktuellen politischen Themen diskutieren und dabei ganz ungezwungen unsere Gedanken austauschen.

Die Altparteien-Politik hat uns in eine ernste Lage gebracht. Lehrermangel, schlechte Noten bei internationalen Bildungsvergleichen, zunehmende Gewalt auf unseren Straßen und Schulhöfen, Kriegstreiberei und illegale Massenmigration – die Liste der Probleme ist lang. Doch warum ist das so? Was läuft schief?

Lasst uns darüber sprechen! Ich bringe das Bier und die Grillwurst mit, und ihr bringt eure Probleme und Ideen. Zusammen wollen wir nicht nur meckern, sondern auch Lösungen finden.

Wann und Wo? Das seht ihr hier:

Kommt vorbei, habt Spaß und lasst uns gemeinsam herausfinden, wie wir die Dinge zum Besseren wenden können. Ich freue mich auf euer zahlreiches Erscheinen und auf anregende Diskussionen.

Prost und bis bald! Lars Schieske

P.S.: Gute Laune und Diskussionsfreude sind ausdrücklich erwünscht!

Alles Gute zum Schulanfang wünscht euch Lars Schieske.

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