Regine-Hildebrandt-Grundschule: Teilerfolge ohne Zahlen

Radio Cottbus hat am 29. Oktober 2026 berichtet, Oberbürgermeister Tobias Schick spreche bei der Gewalt an der Regine-Hildebrandt-Grundschule von „Teilerfolgen“ [1]. Die Aussagen stammen allerdings aus einer Pressekonferenz vom 13. Oktober [2][3]. Keine dieser Quellen nennt eine einzige Zahl, die eine tatsächliche Verbesserung belegt. Ein Teilerfolg, den niemand messen kann, ist für die Eltern in Sachsendorf ein schwacher Trost. Deshalb frage ich nach, und deshalb lohnt sich ein Blick darauf, was die AfD in Stadt, Land und Bund seit Langem fordert.

Was der Oberbürgermeister gesagt hat

Auf der Pressekonferenz am 13. Oktober sagte Tobias Schick (SPD), es gebe auf dem Schulhof wieder „ein anderes Sicherheitsgefühl“ [3]. Der Sicherheitsdienst an besonders betroffenen Schulen sei „erstmal ein bisschen befremdlich“ gewesen, habe aber Wirkung gezeigt [2][3]. Laut den Berichten gab es Gefährderansprachen in einzelnen Familien, also Gespräche, in denen mutmaßliche Täter und Eltern auf Konsequenzen hingewiesen werden. Einzelne „delinquente Kinder“ wurden aus ihrer Schule genommen und gesondert unterrichtet [2][4]. Zeitweise standen 50 bis 60 mögliche Beteiligte im Blick der Behörden [5].

Zwei Sätze des Oberbürgermeisters unterschreibe ich sofort. „Hören wir auf, die Dinge irgendwie kleinzureden“, sagte er, und die Probleme seien „nicht mit einem Schlag weg, sondern da müssen wir dranbleiben“ [3]. Genau deshalb reicht es nicht, von Teilerfolgen zu sprechen. Wie viele Vorfälle es vorher gab und wie viele es heute gibt, hat die Stadt bisher nicht gesagt. Radio Cottbus berichtet zudem, der Sicherheitsdienst sei inzwischen schrittweise reduziert worden [1]. Wer eine Maßnahme zurückfährt, sollte belegen können, dass sie nicht mehr gebraucht wird.

Was die Zahlen aus unserer Anfrage zeigen

Zahlen zu den einzelnen Schulen liegen vor, weil wir danach gefragt haben. Auf unsere Anfrage AN-149/26 teilte die Stadt im September mit, dass im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 37 Strafverfahren mit Tatort an der Regine-Hildebrandt-Grundschule oder in ihrem Umfeld geführt wurden [6]. Nur an der Sachsendorfer Oberschule waren es mehr, nämlich 44 [6]. Mitte Januar hatte der seinerzeitige Innenminister René Wilke im Innenausschuss des Landtages noch von 25 Ermittlungsverfahren mit Bezug zu dieser Grundschule gesprochen [7]. Ob beide Zahlen gleich gezählt wurden, ist offen. Sind sie vergleichbar, kamen nach dem Cottbus-Gipfel vom 16. Januar [8] noch mindestens ein Dutzend Verfahren hinzu.

Auch das neue Schuljahr begann nicht ruhig. Bis Mitte September wurden bereits 10 neue Strafanzeigen erfasst, unter anderem im Zusammenhang mit der Regine-Hildebrandt-Grundschule [6]. Ob die Lage heute besser ist als vor einem Jahr, lässt sich mit diesen Angaben nicht sagen. Genau das müsste die Stadt aber belegen, wenn sie von Erfolgen spricht.

Was ich jetzt von der Stadt wissen will

Die Antwort auf AN-149/26 ließ viele Fragen offen. Deshalb habe ich dreizehn Nachfragen vorbereitet. Ich will wissen, an welchen Schulen der Sicherheitsdienst seit Januar eingesetzt war, was er gekostet hat und wie viele Schüler in den gesonderten Lerngruppen unterrichtet wurden. Ich frage, welche Ergebnisse der für den Frühsommer angekündigte zweite Cottbus-Gipfel gebracht hat. Und ich will erfahren, warum ausgerechnet die Regine-Hildebrandt-Grundschule und die Sachsendorfer Oberschule nicht unter den Schulen waren, die im Januar Präventionsveranstaltungen erhielten [6].

Unter den Tatverdächtigen waren 96 Kinder unter 14 Jahren [6]. Sie sind nach § 19 Strafgesetzbuch schuldunfähig, für sie ist das städtische Jugendamt gefragt. Ich will wissen, wie oft das Jugendamt eingeschaltet wurde, welche Hilfen es gab und wie viele Kinder danach erneut auffielen. Weitere Nachfragen betreffen Mehrfachtatverdächtige, die Herkunft der Tatverdächtigen, Doppelstaatler, den aufenthaltsrechtlichen Status und die Zahl der Abschiebungen. Wer Teilerfolge verkündet, muss auch diese Fragen beantworten können.

Was die AfD in Stadt, Land und Bund gefordert hat

In Cottbus hat unsere Fraktion bereits 2023/2024 in der Stadtverordnetenversammlung beantragt, Sicherheitspersonal an Brennpunktschulen einzurichten. Die anderen Fraktionen lehnten das damals mit dem Hinweis auf eine angeblich fehlende konzeptionelle Grundlage und eine drohende Stigmatisierung ab [9]. Inzwischen hat die Stadt selbst einen Sicherheitsdienst eingesetzt und lobt seine Wirkung [2][3]. Nach dem Brandbrief der Eltern im Dezember 2025 haben wir dauerhaftes Sicherheitspersonal während der gesamten Unterrichtszeit gefordert, dazu verbindliche Ordnungsmaßnahmen, abgestimmte Verfahren von Polizei, Jugendamt und Schulaufsicht, Rückendeckung für Lehrer sowie die Abschiebung ausländischer Straftäter [9]. Mit der Anfrage AN-149/26 und den jetzt vorbereiteten Nachfragen haben wir die Zahlen zu jeder einzelnen Schule öffentlich gemacht [6].

Im Land Brandenburg hat die AfD-Landtagsfraktion im Oktober 2025 ein Meldeportal für Gewalt an Schulen eingerichtet, weil nach unserer Auffassung viele Vorfälle verschwiegen werden [10]. Unser bildungspolitischer Sprecher Dennis Hohloch hat mit einer Kleinen Anfrage kritisiert, dass vorsätzliche einfache Körperverletzungen an Schulen nach einem neuen Rundschreiben des Bildungsministeriums nicht mehr melde- oder anzeigepflichtig sind. Die Anfrage verweist auf eine Sonderauswertung des Landeskriminalamtes, nach der 2024 allein 853 solcher Fälle erfasst wurden, 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr [11]. Im März 2026 beantragte die Fraktion außerdem Modellprojekte für eine Stadtpolizei in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel [12]. Der AfD-Landesverband forderte bereits im August 2025, straffällige Migranten konsequent abzuschieben und die Kommunen nicht länger allein zu lassen [13].

Im Bundestag hat die AfD-Fraktion im März 2026 den Antrag eingebracht, Gewalt und andere schwerwiegende Übergriffe an Schulen systematisch zu erfassen, zu untersuchen und zu verhindern (Drucksache 21/4940) [14]. Bund und Länder sollen ein Lagebild erstellen, das auch Vorfälle unterhalb der Schwelle der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Die Ursachen sollen wissenschaftlich untersucht werden, ausdrücklich auch ein möglicher Zusammenhang mit Migration, und daraus sollen Handlungskonzepte entstehen [14]. Der Antrag wurde am 26. März 2026 beraten und an die Ausschüsse überwiesen [15].

Erfolge muss man messen, nicht verkünden

Ich erkenne an, dass die Stadt gehandelt hat, und vieles davon hat die AfD längst gefordert, als andere noch von Stigmatisierung sprachen. Aber ein Sicherheitsgefühl ist kein Lagebild. Ich fordere deshalb, dass die Stadt regelmäßig und öffentlich berichtet, wie sich die Zahl der Vorfälle an der Regine-Hildebrandt-Grundschule und den anderen belasteten Schulen entwickelt. Der Sicherheitsdienst darf erst dann reduziert werden, wenn diese Zahlen eine echte Entspannung zeigen. Und die Prävention gehört zuerst an die Schulen, an denen die meisten Taten geschehen.

Die Kinder in Sachsendorf und ihre Eltern brauchen keine Teilerfolge auf Pressekonferenzen. Sie brauchen eine Schule, an der sie sich jeden Tag sicher fühlen. Daran werde ich die Stadt messen, und dazu werde ich weiter nachfragen.

Quellen

[1] Radio Cottbus: Gewalt an der Regine-Hildebrandt-Grundschule in Cottbus: Oberbürgermeister spricht von Teilerfolgen, 29.10.2026. https://www.radiocottbus.de/2026/10/29/gewalt-an-der-regine-hildebrandt-grundschule-in-cottbus-oberbuergermeister-spricht-von-teilerfolgen/

[2] Nordkurier (dpa): Cottbuser OB sieht erste Erfolge nach Gewalttaten an Schulen, 13.10.2026. https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/cottbuser-ob-sieht-erste-erfolge-nach-gewalttaten-an-schulen-4934834

[3] Berliner Abendblatt (dpa): Cottbuser OB sieht erste Erfolge nach Gewalttaten an Schulen, 13.10.2026. https://berliner-abendblatt.de/berlin-news/cottbuser-ob-sieht-erste-erfolge-nach-gewalttaten-an-schulen-id351504

[4] News4teachers (mit Material der dpa): Nach Gewalttaten an Schulen: Delinquente Schüler werden gesondert beschult, 13.10.2026. https://www.news4teachers.de/2026/10/nach-gewaltttaten-an-schulen-delinquente-schueler-werden-gesondert-beschult-es-wirkt/

[5] News4teachers (mit Material der dpa): Brutale Schulattacke: Polizei geht zu Verdächtigen nach Hause, 18.10.2026. https://www.news4teachers.de/2026/10/brutale-schulattacke-polizei-geht-zu-verdaechtigen-nach-hause-und-ermahnt-eltern/

[6] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Fachbereich Ordnung und Sicherheit: Antwort auf die Anfrage AN-149/26 der AfD-Fraktion „Gewalt an Cottbuser Schulen“, 23.09.2026. SessionNet | Anfrage zu Gewalt an Cottbuser Schulen

[7] Niederlausitz aktuell: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Gewalt an Cottbuser Grundschule, 15.01.2026. https://www.niederlausitz-aktuell.de/niederlausitz-aktuell/orte/cottbus/307898/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-gewalt-an-cottbuser-grundschule.html

[8] Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg: „Cottbus-Gipfel“ gegen Gewalt unter Schülern, Pressemitteilung vom 16.01.2026. https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~16-01-2026-cottbus-gipfel-gegen-gewalt-unter-schuelern

[9] Lars Schieske: Wenn Schulen kippen, versagt die Politik. Brandbriefe aus Cottbus und Ludwigshafen sind der letzte Warnruf, 16.12.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/wenn-schulen-kippen-versagt-die-politik-brandbriefe-aus-cottbus-und-ludwigshafen-sind-der-letzte-warnruf/

[10] Nordkurier (dpa): AfD-Fraktion schaltet Meldeportal für Gewalt an Schulen, 07.10.2025. https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/afd-fraktion-schaltet-meldeportal-fuer-gewalt-an-schulen-3990171

[11] Landtag Brandenburg: Kleine Anfrage Nr. 714 der Abgeordneten Dennis Hohloch, Dr. Dominik Kaufner und Volker Nothing (AfD-Fraktion), Drucksache 8/1864, 13.10.2025. https://afd-fraktion-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/10/1864.pdf

[12] Landtag Brandenburg: Antrag der AfD-Fraktion „Modellprojekte von Stadtpolizeien in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel errichten“, Drucksache 8/2529, 10.03.2026. https://afd-fraktion-brandenburg.de/wp-content/uploads/2026/03/2529.pdf

[13] AfD Brandenburg: Migrantengewalt an Cottbuser Schulen eskaliert, Pressemitteilung vom 22.08.2025. https://afd-brandenburg.de/migrantengewalt-an-cottbuser-schulen-eskaliert-die-sicherheit-unserer-kinder-ist-nicht-verhandelbar/

[14] Deutscher Bundestag, heute im bundestag: AfD fordert umfassendes Konzept gegen Gewalt an Schulen, 25.03.2026 (zu Drucksache 21/4940). https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1157992 Antrag: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104940.pdf

[15] Deutscher Bundestag: Anträge zu Gewalt an Schulen und „religiösem Zwang“ debattiert, 26.03.2026. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw13-de-gewalt-an-schulen-1156770

Die Ausländergewalt in Frankfurt (Oder) ist nur die Spitze des Eisbergs

Ausländergewalt, Einwanderung und eine Politik, die zu lange weggesehen hat

Vor einer Oberschule in Frankfurt (Oder) haben am 14. Oktober 2026 etwa zehn Kulturfremde einen 14-jährigen Schüler zusammengeschlagen. Sie traten ihm gegen den Kopf, auch dann noch, als er schon wehrlos am Boden lag [1]. Ich habe solche Bilder schon zu oft gesehen, auch aus meiner Heimatstadt Cottbus. Und ich stelle eine einfache Frage: Was wäre in diesem Land los, wenn Täter und Opfer die Rollen getauscht hätten?

Was vor der Kleist-Oberschule geschah

Der Angriff ereignete sich am Nachmittag vor der Heinrich-von-Kleist-Oberschule [1][2]. Ein Video, das die Polizei für echt hält, zeigt, wie die Gruppe den Jungen erst bedrängt und dann auf ihn einschlägt und eintritt [1]. Der Schüler erlitt Gesichtsverletzungen [1]. Die Polizei ermittelt gegen zehn Tatverdächtige zwischen 13 und 15 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Raubes. Nach Polizeiangaben haben sie die deutsche, polnische, russische oder syrische Staatsangehörigkeit [1]. Wie sich das auf die zehn verteilt, hat die Polizei nicht mitgeteilt.

Ein Sprecher der Stadt sprach von einem „Einzelfall, der sehr drastisch ist“ [1]. Sozialminister René Wilke (SPD), bis 2025 Oberbürgermeister der Stadt, kündigte an, die neuen Möglichkeiten zur Aberkennung des Schutzstatus und zur Aufenthaltsbeendigung auszuschöpfen [1]. Innenminister Jan Redmann (CDU) prüft Abschiebungen [3]. Wenn selbst die Landesregierung jetzt über Schutzstatus und Ausländerbehörde redet, dann weiß sie genau, worüber sie redet.

Cottbus kennt diese Bilder längst

Wer in Frankfurt (Oder) jetzt von einem Einzelfall spricht, sollte nach Cottbus schauen. Im Schuljahr 2025/2026 hat die Polizei 278 Strafanzeigen wegen Gewalt an Cottbuser Schulen aufgenommen. Das ergab die Antwort der Stadtverwaltung auf unsere Anfrage, über die ich hier bereits berichtet habe [4]. An besonders betroffenen Schulen steht inzwischen ein Sicherheitsdienst, auffällige Kinder wurden aus dem Unterricht genommen und gesondert beschult [1]. Oberbürgermeister Tobias Schick spricht von ersten Teilerfolgen [1]. Ich sage: Wenn eine Stadt Wachleute vor Schulen stellen muss, dann ist das kein Erfolg, sondern ein Armutszeugnis.

Frankfurts Oberbürgermeister Axel Strasser hat es selbst ausgesprochen: Ein solches Ausmaß an organisierter Jugendgewalt habe die Stadt bisher nicht erlebt [2]. Neu ist das nicht. Dennis Hohloch und ich haben die Landesregierung schon im Dezember 2023 mit einer Kleinen Anfrage nach der zunehmenden Gewalt an Cottbuser Schulen gefragt [5].

Das ist die Rechnung einer Einwanderungspolitik ohne Kontrolle

Nicht jeder Tatverdächtige in Frankfurt (Oder) ist Ausländer, das gehört zur Ehrlichkeit dazu [1]. Aber dass Sozialminister und Innenminister unmittelbar nach der Tat über Schutzstatus, Ausländerbehörde und Abschiebungen sprechen, zeigt, wo sie selbst das Problem verorten [1][3]. Auch in Potsdam musste Innenminister Redmann wegen einer Serie von Gewalttaten durch Jugendgruppen eine eigene Ermittlungsgruppe einsetzen und will Tatverdächtige mit syrischer Staatsangehörigkeit möglichst zurückführen [1].

Das sind keine Zufälle. Seit Jahren kommen Menschen in großer Zahl ins Land, ohne dass der Staat ernsthaft prüft, wer kommt, und ohne dass er durchsetzt, wer gehen muss. Die Folgen landen in den Klassenzimmern und auf den Schulhöfen, und zuerst trifft es die Kinder. Wer Gewalt begeht und hier kein dauerhaftes Bleiberecht hat, muss das Land verlassen. Wer sie als Familie duldet oder fördert, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen. Und wer jugendliche Intensivtäter nur mit Gesprächsangeboten beantwortet, lässt die Opfer allein.

Wer zur Kundgebung aufruft, wird gelöscht

Heute, am 20. Oktober, versammeln sich Bürger auf dem Leipziger Platz in Frankfurt (Oder) unter dem Motto „Schützt endlich unsere Kinder!“ [6]. Auch unser bildungspolitischer Sprecher im Landtag, Dennis Hohloch, hat dazu aufgerufen. Instagram hat diesen Aufruf gelöscht.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Das Gewaltvideo selbst verbreitete sich in den sozialen Netzwerken, obwohl die Polizei davor warnte [2]. Gelöscht wird aber der Aufruf, friedlich für den Schutz von Kindern auf die Straße zu gehen. So viel zur Meinungsfreiheit in diesem Land.

Die Umkehrprobe: Chemnitz und Grevesmühlen

Drehen wir den Fall einmal um. Wie reagiert dieses Land, wenn die Täter Deutsche sind und das Opfer ein Ausländer? Die Antwort kennen wir, denn wir haben sie schon mehrfach erlebt, auch dann, wenn sich die Vorwürfe später als falsch herausstellten.

Im August 2018 wurde in Chemnitz Daniel H. erstochen, tatverdächtig waren Asylbewerber [8]. Auf die anschließenden Demonstrationen reagierten Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Regierungssprecher Steffen Seibert mit dem Vorwurf von „Hetzjagden“ [7]. Das Wort ging um die Welt. Doch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stellte am 5. September 2018 im Landtag fest: „Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd, es gab kein Pogrom in Chemnitz“ [8]. Selbst der Chef der Gewerkschaft der Polizei erklärte, eine Hetzjagd im Wortsinn habe es nicht gegeben [7]. Das Etikett blieb trotzdem an einer ganzen Stadt kleben.

Im Juni 2024 meldete die Polizei, in Grevesmühlen sei einem achtjährigen Mädchen aus Ghana ins Gesicht getreten worden [9]. Innerhalb eines Wochenendes sprach Bundesinnenministerin Nancy Faeser von dumpfem Hass und unfassbarer Unmenschlichkeit, Katrin Göring-Eckardt rief zum „Aufstand der Anständigen“ auf [9]. Am Montag darauf korrigierte die Polizei nach Auswertung von Videos: Das Mädchen hatte keine Verletzungen, die zur ersten Meldung passten. Ein Jugendlicher hatte ihr das Bein in den Weg gestellt und sie mit der Fußspitze getroffen [10]. Fremdenfeindliche Beleidigungen fielen dabei, und die gehören bestraft [10]. Aber der brutale Tritt ins Gesicht, über den das ganze Land sprach, fand so nicht statt.

Was wäre dann hier los?

In Frankfurt (Oder) gibt es keine Unklarheit. Es gibt ein Video, das die Polizei für echt hält, es gibt zehn ermittelte Tatverdächtige und einen verletzten Jungen [1][2]. Und trotzdem hört man von einem drastischen Einzelfall, von Sicherheitsgesprächen und von Prüfaufträgen.

Stellen wir uns vor, zehn deutsche Jugendliche hätten vor einer Schule einen syrischen Jungen umringt und ihm gegen den Kopf getreten, als er schon am Boden lag. Es gäbe Sondersendungen und Sondersitzungen. Die Bundesregierung würde sich noch am selben Tag äußern, Lichterketten würden geplant, Konzerte gegen Rechts organisiert, und eine ganze Stadt würde unter Generalverdacht gestellt. Niemand würde von einem Einzelfall sprechen. Und niemand würde einen Aufruf zur Kundgebung löschen.

Ein Kind, das zusammengetreten wird, ist ein Kind, das zusammengetreten wird. Ich verlange, dass dieser Staat jedes Opfer gleich ernst nimmt. Und ich frage alle, die jetzt schweigen: Was wäre dann hier los?

Quellen

[1] Tagesspiegel (dpa): Video soll Gewaltexzess in Frankfurt (Oder) zeigen: Jugendliche schlagen Schüler zusammen, 16.10.2026. https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/dpa-polizei-ermittelt-tritte-gegen-den-kopf-jugendliche-schlagen-schuler-zusammen-16169318.html

[2] Ostdeutsche Allgemeine: Brutale Attacke auf Schüler in Frankfurt (Oder): Polizei ermittelt gegen zehn Jugendliche, 16.10.2026. https://ostdeutscheallgemeine.com/article/brutale-attacke-auf-schueler-in-frankfurt-oder-polizei-ermittelt-gegen-zehn-jugendliche-10503091

[3] Berliner Zeitung: Nach Schulattacke in Brandenburg: Innenminister prüft Abschiebungen, 17.10.2026. https://www.berliner-zeitung.de/article/nach-schulattacke-in-frankfurt-oder-innenminister-prueft-abschiebungen-10504637

[4] Gewalt an Cottbuser Schulen: 278 Anzeigen in einem Schuljahr. Gewalt an Cottbuser Schulen: 278 Anzeigen in einem Schuljahr – Lars Schieske

[5] AfD-Fraktion Brandenburg: Kleine Anfrage der Abgeordneten Dennis Hohloch und Lars Schieske: Zunehmende Gewalt an Cottbusser Schulen, 27.12.2023. https://afd-fraktion-brandenburg.de/kleine-anfrage-der-abgeordneten-dennis-hohloch-und-lars-schieske-zunehmende-gewalt-an-cottbusser-schulen/

[6] Rainer Galla (AfD Oder-Spree): Kundgebung „Schützt endlich unsere Kinder!“, 16.10.2026. https://afd-los.de/kundgebung-schuetzt-endlich-unsere-kinder

[7] ORF: Chemnitz kommt nicht zur Ruhe, 08.09.2018. https://orf.at/stories/3008806/

[8] evangelisch.de (epd): Sächsischer Ministerpräsident ruft zum Kampf gegen Rechtsextremismus auf, 05.09.2018. https://www.evangelisch.de/inhalte/152100/05-09-2018/saechsischer-ministerpraesident-kritisiert-afd-und-ruft-zum-kampf-gegen-rechtsextremismus-auf

[9] evangelisch.de (epd): Bestürzung nach mutmaßlich rassistischem Angriff auf zwei Mädchen, 16.06.2024. https://www.evangelisch.de/inhalte/230899/16-06-2024/bestuerzung-nach-mutmasslich-rassistischem-angriff-auf-zwei-maedchen

[10] evangelisch.de (epd): Polizei nennt Details zu Vorfall von Grevesmühlen, 18.06.2024. https://www.evangelisch.de/inhalte/230942/18-06-2024/polizei-nennt-details-zu-vorfall-von-grevesmuehlen

Gewalt an Cottbuser Schulen: 278 Anzeigen in einem Schuljahr

Im Schuljahr 2025/2026 hat die Polizei 278 Strafanzeigen wegen Gewalt an Cottbuser Schulen aufgenommen [1]. Das steht in der Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage AN-149/26 unserer Fraktion, die zur Stadtverordnetenversammlung am 23. September 2026 beantwortet wurde. Die Zahlen bestätigen, wovor ich seit Jahren warne. Gleichzeitig zeigt die Antwort, dass die Stadt auf entscheidende Fragen keine Auskunft gibt.

278 Anzeigen, 27 Schulen, vor allem Sachsendorf

Von den 278 Anzeigen hat die Polizei 257 bereits an die Staatsanwaltschaft Cottbus abgegeben (Stand 16. September 2026) [1]. 208 Verfahren lassen sich einem Tatort an einer Schule oder in ihrem unmittelbaren Umfeld zuordnen. Betroffen sind 27 Schulen. Fast die Hälfte dieser Fälle entfällt auf nur drei Schulen: 44 auf die Sachsendorfer Oberschule, 37 auf die Regine-Hildebrandt-Grundschule und 20 auf die Theodor-Fontane-Gesamtschule. Weitere 20 Verfahren betreffen die Gesamtschule Spree-Neiße in Kolkwitz [1].

Es geht dabei nicht um Rangeleien auf dem Pausenhof. Die Polizei zählt 86 Körperverletzungen, 72 gefährliche Körperverletzungen, also Angriffe etwa mit Waffen, gefährlichen Gegenständen oder durch mehrere Täter gemeinsam, dazu 42 Bedrohungen und 39 Beleidigungen. Hinzu kommen 10 Raubtaten, 2 schwere Raubtaten, 6 Erpressungen und 3 räuberische Erpressungen, 3 Verstöße gegen das Waffengesetz sowie mehrere Sexualdelikte, darunter 3 Fälle nach § 177 Strafgesetzbuch (sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) und 2 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern [1].

Die Tatverdächtigen sind überwiegend selbst sehr jung: 96 Kinder unter 14 Jahren, die noch nicht strafmündig sind, 76 Jugendliche, 17 Heranwachsende und 20 Erwachsene [1]. Mehr als 80 Prozent sind also Kinder und Jugendliche. Geschädigt wurden 93 Kinder, 94 Jugendliche, 14 Heranwachsende und 62 Erwachsene [1]. Auch im neuen Schuljahr geht es weiter: Bis Anfang September 2026 kamen bereits 10 neue Anzeigen hinzu, wieder unter anderem an der Sachsendorfer Oberschule und an der Regine-Hildebrandt-Grundschule [1].

Sechs von zehn Tatverdächtigen sind keine Deutschen

Bei 204 Tatverdächtigen nennt die Polizei die Staatsangehörigkeit. 81 von ihnen sind Deutsche, 123 sind Ausländer [1]. Das sind rund 60 Prozent. Allein 52 Tatverdächtige haben die syrische Staatsangehörigkeit, also etwa jeder vierte. Es folgen 22 russische, 11 afghanische und 8 ukrainische Staatsangehörige [1]. Zum Vergleich: In ganz Cottbus liegt der Ausländeranteil bei knapp 15 Prozent der Einwohner (Stand 30. Juni 2026) [2]. Wie hoch der Anteil unter den Schülern ist, veröffentlicht die Stadt nicht. Er dürfte höher liegen als in der Gesamtbevölkerung, weil viele zugewanderte Familien junge Kinder haben. Genau diese Zahl muss die Stadt vorlegen, damit sich der Abstand sauber einordnen lässt [BELEG FEHLT: Ausländeranteil unter Cottbuser Schülern].

Das ist keine Aussage über syrische oder andere ausländische Kinder im Allgemeinen. Die meisten von ihnen gehen friedlich zur Schule und leiden selbst unter der Gewalt. Es ist aber eine Aussage darüber, dass Integration an mehreren Cottbuser Schulen gescheitert ist und dass man darüber offen sprechen muss.

Seit Jahren bekannt, seit Monaten eskaliert

Neu ist das Problem nicht. Bereits im Oktober 2023 habe ich hier berichtet, dass sich die Gewalt an Cottbuser Schulen verdoppelt hatte und dass damals 32 von 73 Tatverdächtigen keine Deutschen waren [3]. Im November 2025 habe ich auf das Meldeportal der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg für Gewalt an Schulen hingewiesen [4]. Im Dezember 2025 haben Eltern der Regine-Hildebrandt-Grundschule in einem Brandbrief Übergriffe, Reizgas auf dem Schulhof, Drohungen und Erpressungen geschildert [5].

Im Januar 2026 berichtete Innenminister René Wilke im Innenausschuss des Landtages von 108 Ermittlungsverfahren im Schulumfeld seit Ende Juni 2025 [6]. Die Polizei richtete eine eigene Ermittlungsgruppe „Schule“ ein [6]. Am 16. Januar 2026 vereinbarten Innenminister Wilke, Bildungsminister Steffen Freiberg und Oberbürgermeister Tobias Schick beim sogenannten Cottbus-Gipfel einen Sicherheitsdienst, mehr Polizei auf Schulhöfen und Schulwegen, Wohnsitzauflagen für zugewiesene Familien und die Sicherung von Präventionsprojekten [7]. Acht Monate später steht die Zahl bei 278 Anzeigen. Zwar sind Ermittlungsverfahren und Anzeigen nicht völlig gleich gezählt, doch die Richtung ist eindeutig.

Was die Stadt nicht beantwortet

Unsere Anfrage enthielt vier Fragen. Beantwortet wurden sie nur zum Teil. Nach dem Anteil der Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund und ohne ausreichende Deutschkenntnisse bei der Einschulung hatten wir ausdrücklich gefragt. Dazu steht in der Antwort kein Wort [1]. Ebenso fehlt der aufenthaltsrechtliche Status der Tatverdächtigen, also ob sie etwa geduldet sind, eine Aufenthaltsgestattung im Asylverfahren besitzen oder ausreisepflichtig sind. Auch die Zahl der Doppelstaatler nennt die Stadt nicht. Eine Aufschlüsselung der Nationalitäten nach Schulen erfolgt nach eigener Aussage nicht [1].

Bei der Prävention wird es noch dünner. Im Januar 2026 fanden 31 Veranstaltungen mit 577 Teilnehmern statt [1]. Statt der erbetenen Liste aller Kurse nennt die Stadt nur fünf Schulen, eine davon in Spremberg. Die Sachsendorfer Oberschule und die Regine-Hildebrandt-Grundschule, wo sich die meisten Fälle häufen, tauchen in dieser Aufzählung nicht auf [1]. Nach einer Erfolgskontrolle hatten wir gefragt. Die Antwort beschränkt sich darauf, dass Lehrer und Schüler die Veranstaltungen positiv wahrnähmen [1]. Das ist ein Stimmungsbild, keine Wirkungskontrolle.

Auf die Frage nach ausländerrechtlichen Maßnahmen gegen straffällige Schüler und ihre Sorgeberechtigten nennt die Stadt keinen einzigen konkreten Fall und keine einzige Zahl. Sie verweist auf Zuständigkeiten, auf die Zentrale Ausländerbehörde des Landes und darauf, dass es im vergangenen Jahr Abschiebungen gegeben habe [1]. Wie viele, bleibt offen. Und ob die im Januar angekündigten Wohnsitzauflagen [7] überhaupt umgesetzt wurden, erfahren die Stadtverordneten ebenfalls nicht.

Was jetzt passieren muss

Wer Probleme lösen will, muss sie zuerst vollständig kennen. Ich fordere deshalb, dass die Stadt die fehlenden Angaben nachliefert: den Aufenthaltsstatus der Tatverdächtigen, den Ausländeranteil unter den Cottbuser Schülern und die Zahl der Fälle je Schule nach Staatsangehörigkeit, selbstverständlich anonymisiert. Unsere Fraktion wird diese Fragen erneut stellen.

An den am stärksten belasteten Schulen braucht es dauerhaft Sicherheitspersonal, nicht nur für ein paar Monate. Prävention gehört zuerst dorthin, wo die Gewalt stattfindet, und sie muss an ihrer Wirkung gemessen werden, nicht an der Zahl der Vorträge. Die angekündigten Wohnsitzauflagen müssen umgesetzt und öffentlich bilanziert werden. Und wer ausreisepflichtig ist und Straftaten begeht, muss das Land auch tatsächlich verlassen. Dafür will ich Zahlen sehen, keine Textbausteine.

Die Leidtragenden sind die Kinder, deutsche wie ausländische, die sich an ihrer Schule nicht mehr sicher fühlen, und die Lehrer, die allein gelassen werden. Ihnen schulden Stadt und Land keine Stimmungsberichte, sondern sichere Schulen. Dafür setze ich mich weiter ein.

Quellen

[1] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Dezernat Ordnung, Sicherheit, Sport, Gesundheit und Bürgerservice: Antwort auf die Anfrage AN-149/26 der AfD-Fraktion „Gewalt an Cottbuser Schulen“ zur Stadtverordnetenversammlung am 23.09.2026 SessionNet | Anfrage zu Gewalt an Cottbuser Schulen

[2] Stadt Cottbus/Chóśebuz, Kommunalstatistik: Bevölkerung, Stand 30.06.2026. https://cottbus.de/kommunalstatistik/bevoelkerung/

[3] Lars Schieske: Die Realität holt Cottbus ein, 26.10.2023, aktualisiert 07.03.2025. https://lars-schieske.de/newsblog/allgemeines/die-realitaet-holt-cottbus-ein/

[4] Lars Schieske: Gewalt an Schulen in Brandenburg, 08.11.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/gewalt-an-schulen-in-brandenburg/

[5] Lars Schieske: Wenn Schulen kippen, versagt die Politik. Brandbriefe aus Cottbus und Ludwigshafen sind der letzte Warnruf, 16.12.2025. https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/wenn-schulen-kippen-versagt-die-politik-brandbriefe-aus-cottbus-und-ludwigshafen-sind-der-letzte-warnruf/

[6] Niederlausitz aktuell: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Gewalt an Cottbuser Grundschule, 15.01.2026. https://www.niederlausitz-aktuell.de/niederlausitz-aktuell/orte/cottbus/307898/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-gewalt-an-cottbuser-grundschule.html

[7] Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg: „Cottbus-Gipfel“ gegen Gewalt unter Schülern, Pressemitteilung vom 16.01.2026. https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~16-01-2026-cottbus-gipfel-gegen-gewalt-unter-schuelern

Neue Studie zu Gewalt an Berliner Schulen

Angst und Kontrollverlust sind Alltag in der Hauptstadt

Sie sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft, sie können sich am wenigstens wehren. Sie bekommen die „Segnungen“ von Multikulti aber hautnah mit: unsere Kinder. Wenn schon viele Erwachsene bewusst bestimmte Orte in ihrer Stadt meiden, weil sie befürchten müssen, dort Opfer einer Straftat zu werden, was muss dann erst in den Köpfen vieler Kinder vorgehen, die diese Wahl gar nicht haben?

„Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“ mit alarmierenden Ergebnissen

Im Rahmen einer repräsentativen Befragung für das „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“ (dass es sowas gibt, spricht schon Bände) wurden insgesamt 14.000 Schüler und 2.600 Lehrkräfte zu ihren Gewalt-Erfahrungen befragt [1]. Es ist die erste Studie dieser Art in Deutschland [2].

Mehr als die Hälfte der Berliner Lehrer (56 Prozent) nimmt Gewalt an Schulen als großes oder sehr großes Problem wahr [1]. Viele Beschäftigte an Schulen wurden auch schon selbst Opfer von Gewalt [2]. 30 Prozent der Lehrer beschreiben den Schulbetrieb aufgrund der Gewalt als „in hohem Maße gestört“ [2].

Bei den Schulen mit besonders hoher Gewaltbelastung gaben gar 79 Prozent der Lehrer an, dass dadurch so viele Ressourcen gebunden werden, sodass der normale Schulbetrieb stark in Mitleidenschaft gezogen werde [3]. 80 Prozent der Lehrkräfte an diesen Schulen sehen kaum wirksame Möglichkeiten im Umgang mit stark gewalttätigen Schülern [4].

Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die die Studie in Auftrag gegeben hatte, sieht insbesondere bei Grundschulen große Auffälligkeiten [5].

Die Mehrheit der Schüler berichtet von Gewalterlebnissen

Die befragten Schüler berichten von ähnlichen Erlebnissen und Erfahrungen. Bereits in der Klassenstufe sechs geben vier von fünf Schülern an, dass sie in diesem oder im letzten Jahr Gewalt durch Mitschüler erleben mussten [3]. In der Klassenstufe 9 sind es schon neun von zehn [3]. Vier Prozent berichten sogar, dass sie regelrecht verprügelt wurden [1]. Jeder dritte Schüler der Klassenstufe 9 fühlt sich eigenen Angaben zufolge durch die Gewalt stark beim Lernen gestört, jeder Sechste fühlt sich in der eigenen Schule nicht sicher [6].

Häufige Konflikt-Ursache: Religiöser Konformitätsdruck

Die Ursachen und Auslöser der Gewalt sind erwartungsgemäß vielfältig, einige stechen aber heraus. So berichten elf Prozent der Jahrgänge 9 und 12, dass Druck auf sie ausgeübt wird, religiöse Regeln einzuhalten [1]. „Religiöser und sozialer Konformitätsdruck“ sei ein zunehmendes Problem, so die Macher der Studie [2]. 40 Prozent der muslimischen Neuntklässler sind der Ansicht, dass religiöse Regeln Vorrang vor Schulregeln haben sollten [6]. Dies korreliert mit der Feststellung, dass eine hohe Quote migrantischer Schüler mit mehr Gewalt einhergeht [5].

Bemerkenswert ist auch der Befund, dass die Gewalt laut den Lehrkräften im Vergleich zur Zeit „vor Corona“ gestiegen sei [1]. Dieser Ansicht sind fast zwei Drittel der befragten Lehrer [3]. Daran sieht man, dass die massiven Einschränkungen an Schulen auch Jahre später noch gravierende Auswirkungen haben.

Auch werden eine starke Verrohung und eine deutlich abnehmende Frustrationstoleranz festgestellt, die dazu beitragen, dass alltägliche Kleinigkeiten zur Eskalation führen können [5]. Viele Konflikte werden darüber hinaus in den digitalen Raum verlagert [7]. Auseinandersetzungen, die ihren Ursprung in der Schule haben, werden auf TikTok, Instagram und Co. fortgeführt, verstärkt und zurück in die Schule getragen. So können Konflikte eine erhebliche Reichweite erhalten.

Berlin ist kein Einzelfall

Wer glaubt, diese Zustände seien ein Berliner Problem, verschließt die Augen vor der Realität im ganzen Land. Auch in meiner Heimatstadt Cottbus habe ich bereits über massive Gewaltvorfälle an Schulen berichtet. In meinem Beitrag „Wenn Schulen kippen, versagt die Politik – Brandbriefe aus Cottbus und Ludwigshafen sind der letzte Warnruf“ habe ich unter anderem aufgezeigt, wie Eltern an der Regine-Hildebrandt-Grundschule in Cottbus-Sachsendorf von Gewalt, Bedrohungen, Reizgas auf dem Schulhof, Erpressungen, Angst auf dem Schulweg und massivem Verlust von Unterrichtszeit berichten. Wer dazu mehr lesen möchte, findet den Beitrag hier:

Wir haben uns als AfD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Cottbus diesen Zuständen klar entgegengestellt. Ich habe als Stadtverordneter gemeinsam mit meiner Fraktion mehrfach den Oberbürgermeister aufgefordert, endlich Verantwortung zu übernehmen und sich dafür starkzumachen, dass unsere Kinder an Schulen lernen können, statt Angst vor ausländischer Gewalt, Bedrohung durch Kulturfremde und einem immer weiter aus dem Ruder laufenden Schulalltag haben zu müssen. Schule muss ein Schutzraum sein. Wer hier weiter beschwichtigt, lässt Eltern, Lehrer und Schüler allein.

Schulen dürfen keine Angsträume sein!

Das wohl unstreitige Ergebnis der Studie ist, dass die allgegenwärtigen Probleme unserer Gesellschaft vor den Schulen und damit unseren Kindern nicht Halt machen. Man kann sogar sagen: Diese Probleme verdichten sich in den Bildungseinrichtungen wie unter einem Brennglas.

Die Lehrer erleben Kontrollverlust, weil sie politisch hausgemachte Probleme am eigenen Leib ausbaden müssen. Und für viele Schüler wird die Schule zum alltäglichen Angstraum.

Die Studie ist ein alarmierendes Signal. Wenn die einzigen Antworten der Politik letztlich nur mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen sind, worauf aktuell alle Verlautbarungen des Berliner Senats hinauslaufen, wurde das wirkliche Problem nicht erkannt.

Quellenverzeichnis

[1] „Gewalt an Berliner Schulen laut Umfrage ein großes Problem“, www.rbb24.de, 22. Juni 2026

[2] „Zunehmende Verrohung von Kindern und Jugendlichen: Gewaltstudie offenbart extreme Belastungen bei Berliner Schülern“, www.tagesspiegel.de, 22. Juni 2026

[3] „Alarm an Berliner Schulen: Studie zeigt erschreckendes Ausmaß von Gewalt“, www.morgenpost.de, 22. Juni 2026

[4] „Studie enthüllt, warum Schulgewalt so oft aus dem Nichts eskaliert“, berlin.t-online.de, 24. Juni 2026

[5] „“Kleinigkeiten reichen, um zur Eskalation zu führen““, www.tagesschau.de, 22. Juni 2026

[6] „Immer mehr Religions-Konflikte an Schulen!“, www.bild.de, 22. Juni 2026

[7] „Experten sind entsetzt: Immer mehr Gewalt in Berliner Klassenzimmern“, www.berliner-kurier.de, 24. Juni 2026

Alles Gute zum Schulanfang wünscht euch Lars Schieske.

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