Feuerwehrverbände am Scheideweg – Warum Reformen auf Landes- und Bundesebene überfällig sind

Ich bin selbst Feuerwehrmann. Und gerade deshalb schreibe ich diesen Beitrag!
Die Entwicklungen der vergangenen Monate zeigen, dass die Verbandsstrukturen auf Landes- und Bundesebene dringend reformiert werden müssen.

Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um Führung, Integrität, Prioritäten und Verantwortung gegenüber dem Ehrenamt.

1. Feuerwehrsport: Erfolg trotz Verband

Die Bronzemedaille der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2025 in Riad im Löschangriff Nass war ein Erfolg für Deutschland [1]. Dieser Erfolg wurde jedoch maßgeblich durch eine private Initiative organisiert, nachdem Dr. Richard Münder im Zusammenhang mit dem Vorfall bei den Deutschen Meisterschaften in Torgau seiner Ämter enthoben worden war [1][2].

In Torgau wurde bei einer Eröffnungsveranstaltung eine historische Fassung des „Lieds der Deutschen“ abgespielt. Obwohl Münder nach Medienberichten nicht selbst für die Musikauswahl verantwortlich war, verlor er sämtliche Funktionen im Deutschen Feuerwehrverband [1][2].

Statt sportfachliche Kompetenz einzubinden und transparent aufzuarbeiten, erfolgte ein Bruch. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und der Medaillengewinn wurden anschließend außerhalb der bisherigen Verbandsstrukturen organisiert [1].

Wenn sportlicher Erfolg nur noch jenseits der Verbände möglich ist, liegt das Problem nicht bei den Sportlern.

2. CTIF 2026 in Berlin: Organisatorisches Versagen

Die Absage der 18. Internationalen Feuerwehrwettbewerbe und der 25. Internationalen Jugendfeuerwehrbegegnung (CTIF) 2026 in Berlin stellt einen weiteren Einschnitt dar [3].

Der Sachstandsbericht des Bundeskanzleramts und des Bundesinnenministeriums vom 29. Juli 2025 hält fest, dass der Bund nicht in den Bewerbungsprozess eingebunden war [4]. Für eine finanzielle Beteiligung wurde ein konkreter Projektantrag mit belastbarem Finanzierungsplan verlangt [4].

Am 5. Juni 2025 legte der Deutsche Feuerwehrverband laut Sachstandsbericht erstmals einen groben und teilweise unvollständigen Kostenplan vor, ohne klar ausgewiesenen Förderbedarf [4]. Am 18. Juni 2025 wurde die Veranstaltung abgesagt; selbst die Berliner Feuerwehr erhielt erst am Vortag Kenntnis davon [4].

Die offizielle Pressemitteilung des Deutschen Feuerwehrverbandes verwies auf fehlende Finanzierungssicherheit [3]. Tausende Feuerwehrsportler weltweit hatten sich vorbereitet. Deutschland hatte den Zuschlag. Am Ende stand die Absage. International wirkt das unprofessionell. Nach innen entsteht der Eindruck mangelnder Vorbereitung und fehlender Führung.

3. Integrität von Amt und Uniform

Nach meiner Recherche erschien ein Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg in voller Verbandsuniform vor dem Arbeitsgericht Neuruppin, um gegen seine Kündigung zu klagen [5].

Die Stadt Falkensee legte daraufhin Beschwerde ein; es folgten Prüfungen hinsichtlich Gemeinnützigkeit und möglicher Amtsanmaßung [5]. Der Verbandspräsident bestätigte laut Darstellung, dass das Tragen der Uniform mit ihm abgestimmt gewesen sei [5].

Uniformen repräsentieren Gemeinwohl und institutionelle Autorität. Ihre Nutzung in privaten arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen wirft zumindest die Frage auf, ob die notwendige Trennung zwischen Amt und Person gewahrt wurde.

4. Politische Einflussnahme in der Jugendfeuerwehr

Ich habe in dieser Woche an einem Online-Seminar „Rassismus in der Jugendfeuerwehr“ teilgenommen. Gesellschaftliche Sensibilisierung ist grundsätzlich wichtig. Nach meinem Eindruck wurde dort jedoch ein strukturelles Problem suggeriert, ohne belastbare, konkret belegte Fallbeispiele zu präsentieren.

Bis auf wenige allgemein gehaltene Hinweise wurden keine nachvollziehbaren konkreten Fälle benannt. Alles andere hätte mich auch verwundert.

Zudem brachte das Ehrenmitglied der Landesjugendfeuerwehr, Gerd Rademacher, wiederholt Vertreter der AfD in einem spöttischen Kontext zur Sprache. Eine solche parteipolitische Bezugnahme gehört aus meiner Sicht nicht in ein fachliches Seminar.

Bereits in der Vergangenheit positionierte sich der Landesfeuerwehrverband öffentlich im Zusammenhang mit politischen Debatten um den Landesjugendring Brandenburg [6].

Die Feuerwehr, insbesondere die Jugendfeuerwehr, muss parteipolitisch neutral bleiben.

5. Projektorientierung und Prioritäten

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg ist zudem in staatlich geförderte Programme wie „Zusammenhalt durch Teilhabe“ eingebunden [5]. Demokratieförderung ist legitim. Problematisch wird es jedoch, wenn Projektstrukturen wachsen, während Kernaufgaben wie Sportförderung, internationale Wettbewerbe und ehrenamtliche Unterstützung ins Hintertreffen geraten.

Hier entsteht ein Missverhältnis.

6. Fehlende Transparenz

Im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages wurden Fragen zur CTIF-Absage und zum Umgang mit dem Sportkoordinator gestellt. Der Sachstandsbericht des BMI zeigt, dass wesentliche Voraussetzungen für eine Bundesförderung nicht erfüllt waren [4].

Transparenz und Verantwortungsübernahme sind die Grundlage von Vertrauen. Beides wurde hier aus meiner Sicht nicht ausreichend gewährleistet.

7. Das strukturelle Kernproblem

In der Gesamtschau ergibt sich folgendes Bild:

  • Sporterfolg außerhalb der Verbandsstrukturen [1]
  • Internationale Großveranstaltung organisatorisch nicht abgesichert [3][4]
  • Vermischung von Amt und Person [5]
  • Politische Positionierung im Umfeld der Jugendfeuerwehr [6]
  • Wachsende Projektorientierung bei gleichzeitig schwächelnden Kernaufgaben [5]

Ein altes Sprichwort sagt:
Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.

Wenn Strukturen nicht funktionieren, liegt die Verantwortung an der Spitze.

8. Reformagenda

Notwendig sind:

  1. Verschlankung der Verbandsstrukturen
  2. Klare Trennung zwischen politischer Projektarbeit und Feuerwehrkernaufgaben
  3. Transparente Förder- und Finanzierungsmodelle
  4. Verbindliche Compliance-Regeln
  5. Stärkung sportfachlicher Kompetenz
  6. Konsequente Verantwortungsübernahme auf Führungsebene

Reform bedeutet Wiederherstellung von Vertrauen.

Quellenverzeichnis

[1] Märkische Allgemeine Zeitung: „Nach Deutschlandlied-Skandal: Feuerwehrmann holt WM-Medaille in Saudi-Arabien“
https://www.maz-online.de/brandenburg/nach-deutschlandlied-skandal-feuerwehrmann-holt-wm-medaille-in-saudi-arabien-OA7CV72JVJCSFO5PDVEVPQ36GM.html

[2] RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Deutschlandlied-Affäre in Torgau: Warum sich Heino mit einem Feuerwehrmann solidarisiert“
https://www.rnd.de/panorama/deutschlandlied-affaere-in-torgau-warum-sich-heino-mit-einem-feuerwehrmann-solidarisiert-KWEM6P442BDK5CGRXJDLMTLZBY.html

[3] Deutscher Feuerwehrverband: „CTIF-Wettbewerbe 2026 in Berlin abgesagt“ (Pressemitteilung)
https://www.feuerwehrverband.de/ctif-wettbewerbe-2026-in-berlin-abgesagt/

[4] Bundeskanzleramt / Bundesministerium des Innern: Sachstandsbericht zur Absage der internationalen CTIF-Feuerwehrwettbewerbe 2026, Stand 29.07.2025 (PDF)

[5] Streit um Feuerwehr-Uniform: Anzeige gegen gekündigten Stadtbrandmeister von Falkensee

[6] Landesfeuerwehrverband Brandenburg: „AfD droht bei Wahlsieg mit Zerschlagung des Landesjugendrings“
https://www.lfv-bb.de/2024/09/18/afd-droht-bei-wahlsieg-mit-zerschlagung-des-landesjugendrings/

Eintrag ins Goldene Buch von Dingelstädt – Anerkennung für Feuerwehrsport, der aus eigener Kraft erfolgreich ist

Anerkennung für Feuerwehrsport, der aus eigener Kraft erfolgreich ist

Ich bin selbst Feuerwehrmann und Sportler. Genau aus dieser Perspektive schreibe ich diesen Beitrag.

Ende Januar durften sich einige Mitglieder der deutschen Feuerwehrsportnationalmannschaft in das Goldene Buch der Stadt Dingelstädt eintragen. Zusätzlich wurden sie mit der Ehrennadel des Thüringer Feuerwehrverbandes ausgezeichnet [1].

Diese Ehrung steht stellvertretend für eine sportliche Leistung, die im deutschen Feuerwehrsport zuletzt besondere Aufmerksamkeit erlangt hat. Sie ist zugleich ein geeigneter Ausgangspunkt, um die Entwicklung dieser Mannschaft, ihren internationalen Erfolg und die damit verbundenen strukturellen Fragen sachlich einzuordnen.

Sportlicher Erfolg bei der Weltmeisterschaft 2025 in Riad

Die geehrten Feuerwehrsportler gehörten zu einer Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport 2025 in Riad in der Disziplin Löschangriff Nass den dritten Platz erreichte und damit eine Bronzemedaille für Deutschland gewann [2].

Der Löschangriff Nass ist eine zentrale Disziplin des Feuerwehrsports. Er verlangt standardisierte Abläufe, hohe körperliche Leistungsfähigkeit, technische Präzision und exaktes Zusammenspiel der Mannschaft. Internationale Platzierungen gelten daher als aussagekräftiger Maßstab für Leistungsfähigkeit und Ausbildungsstand [3].

Bemerkenswert ist, dass diese Teilnahme und der Erfolg nicht auf tragfähige, etablierte Verbandsstrukturen zurückzuführen waren, sondern maßgeblich auf eigenständige Organisation und private Initiative.

Der Dreh- und Angelpunkt: Dr. Richard Münder

Der zentrale Akteur hinter dieser Entwicklung ist Dr. Richard Münder. Er war über Jahre hinweg als Wettkampfrichter tätig und bekleidete zuletzt die Funktion des Fachkoordinators Feuerwehrsport auf Landesebene in Brandenburg sowie auf Bundesebene im Deutschen Feuerwehrverband [2][4].

Der entscheidende Einschnitt erfolgte bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften im Feuerwehrsport 2025 in Torgau. Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde dort eine historische Tonaufnahme vom „Lied der Deutschen“ abgespielt, die alle drei Strophen enthielt. Bei offiziellen Anlässen ist in Deutschland ausschließlich die dritte Strophe vorgesehen. Das Abspielen aller drei Strophen ist jedoch nicht verboten.

Nach den Darstellungen in meinem eigenen Beitrag „Torgau – Nationalhymne und Ehrenamt“ sowie in der medialen Berichterstattung war Dr. Münder nicht derjenige, der diese Aufnahme abgespielt hat. Gleichwohl wurde er vom Deutschen Feuerwehrverband für den Vorgang verantwortlich gemacht [4][5].

In der Folge entzog der Deutsche Feuerwehrverband Dr. Münder sämtliche Funktionen auf Landes- und Bundesebene und untersagte ihm das Tragen der Uniform. Eine öffentliche, differenzierte Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten fand nicht statt [2][4][5].

Engagement außerhalb der Verbandsstrukturen

Nach dem Verlust seiner Ämter kehrte Dr. Münder dem Feuerwehrsport nicht den Rücken. Stattdessen setzte er seine Arbeit außerhalb der bisherigen Verbandsstrukturen fort. Er wurde zum organisatorischen und fachlichen Mittelpunkt einer privaten Initiative, die die Teilnahme Deutschlands an der Weltmeisterschaft 2025 in Riad ermöglichte [2].

Ohne dieses Engagement wären sowohl die Teilnahme an der Weltmeisterschaft als auch der dort erzielte dritte Platz im Löschangriff Nass nicht möglich gewesen. Inzwischen ist diese Initiative Mitglied der internationalen Föderation und damit offiziell berechtigt, Deutschland bei Weltmeisterschaften zu vertreten, auch bei der kommenden Weltmeisterschaft 2026 in Baku [6].

Das ist ein zentraler Befund: Private Initiative mit kurzen Entscheidungswegen hat dort funktioniert, wo aufgeblähte Verbandsstrukturen versagt haben.

Öffentliche Resonanz und Solidarität

Der Umgang mit Dr. Münder und der Vorfall von Torgau lösten eine breite öffentliche Debatte aus. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch die Solidaritätsbekundung des Sängers Heino, der die Sanktionen gegen den Feuerwehrmann öffentlich als überzogen bezeichnete [5][7].

Als Zeichen dieser Unterstützung kündigte Heino ein Zusatzkonzert in Bad Belzig an, das ausdrücklich auch dem betroffenen Feuerwehrmann gewidmet ist [5][7].

Rückblick: Weltmeisterschaft in Cottbus – ein Beleg für die Stärke des Feuerwehrsports

Der Feuerwehrsport hat in Deutschland bereits früher gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Die 7. Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport fand in meiner Heimatstadt Cottbus statt. An drei Wettkampftagen verfolgten über 15.000 Zuschauer die Wettbewerbe [8].

Ich war damals selbst vor Ort und habe beim Aufbau der Wettkampfstätte aktiv mitgeholfen. Diese Weltmeisterschaft war ein Riesenerfolg, sportlich, organisatorisch und atmosphärisch. Sie zeigte eindrucksvoll, welche Bedeutung der Feuerwehrsport für Teilnehmer, Zuschauer und die austragende Region haben kann.

Diese Erfahrung prägt meine Überzeugung bis heute: Der Feuerwehrsport wird erhalten bleiben. Nicht wegen starrer Strukturen, sondern wegen der Menschen, die ihn tragen, engagierte Feuerwehrsportler, ihre Trainer, Betreuer, Wettkampfrichter und Helfer.

Strukturelle Einordnung und klare Forderungen

Die Ereignisse rund um die Weltmeisterschaft in Riad, den Vorfall von Torgau und den Umgang mit engagierten Feuerwehrsportlern machen ein strukturelles Grundproblem im deutschen Feuerwehrsport deutlich: Der internationale Erfolg wurde nicht durch die bestehenden Verbandsstrukturen ermöglicht, sondern durch Ehrenamt und Eigeninitiative.

Dieses Bild bestätigt sich auch an anderer Stelle. So sollten die Internationalen Feuerwehrwettkämpfe (CTIF), früher oft als „Olympiade der Feuerwehr“ bezeichnet, im Juni 2026 in Berlin stattfinden, anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Berliner Feuerwehr. Deutschland hatte dafür den Zuschlag erhalten, mehrere tausend Feuerwehrsportler aus aller Welt hatten ihre Teilnahme vorbereitet [9].

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) sagte diese internationalen Wettkämpfe jedoch ab. In einer offiziellen Pressemitteilung begründete der Verband die Entscheidung mit einer nicht gesicherten Finanzierung und fehlenden verbindlichen Zusagen [9]. In der Folge äußerten sich Beteiligte aus Berlin und dem Feuerwehrumfeld öffentlich enttäuscht. Für zahlreiche Feuerwehrsportler, die über Jahre auf diesen sportlichen Höhepunkt hingearbeitet hatten, bedeutete die Absage einen massiven Rückschlag [10].

International wirft eine solche Absage kein gutes Licht auf Deutschland als Gastgeber. Sie beschädigt Vertrauen, schadet dem Ansehen des deutschen Feuerwehrsports und verstärkt den Eindruck organisatorischer Überforderung. Auch hier zeigt sich: Große Ankündigungen, aber fehlende Umsetzung.

In dieser Situation reicht es nicht aus, Verantwortung nach unten weiterzureichen oder einzelne Vorgänge isoliert zu betrachten. Strukturen spiegeln Führung wider. Wenn zentrale sportliche Ereignisse scheitern, engagierte Fachleute verloren gehen und Ehrenamtliche enttäuscht zurückbleiben, dann liegt die Verantwortung an der Spitze der Organisationen.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für legitim und notwendig, über personelle Konsequenzen zu sprechen. Ein Rücktritt der jeweiligen Verbandsvorsitzenden, sowohl auf Landesebene als auch beim Deutschen Feuerwehrverband, wäre ein klares Zeichen von Verantwortungsübernahme und könnte den Weg für einen echten Neuanfang öffnen. Ein altes Sprichwort bringt es auf den Punkt: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.

Fazit – ohne grundlegenden Wandel kein Fortschritt

Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Dingelstädt ist eine verdiente Anerkennung für sportliche Leistung und ehrenamtliches Engagement. Gleichzeitig legt er offen, wo der Feuerwehrsport derzeit funktioniert und wo nicht.

Wenn private Initiative international Medaillen gewinnt, während internationale Großveranstaltungen durch Verbandsversagen abgesagt werden, dann ist das kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Fehlentwicklungen. Der Feuerwehrsport braucht keine aufgeblähten Apparate, keine gut dotierten Posten ohne messbaren Nutzen und keine politischen Machtspiele.

Er braucht schlanke, leistungsorientierte Strukturen, die sich an den Bedürfnissen der Sportler orientieren, Verantwortung klar zuordnen und Ergebnisse liefern. Solange dieser grundlegende Wandel ausbleibt, wird sich an den bestehenden Problemen nichts ändern.

Der Feuerwehrsport selbst wird bestehen bleiben, daran habe ich keinen Zweifel. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die bestehenden Verbände Teil dieser Zukunft sein werden oder ihr dauerhaft im Weg stehen.


Quellenverzeichnis

[1] Stadt Dingelstädt: Eintrag ins Goldene Buch und Verleihung der Ehrennadel des Thüringer Feuerwehrverbandes (Facebook-Beitrag).
https://www.facebook.com/share/p/189CFuqUrb/?mibextid=wwXIfr

[2] Märkische Allgemeine Zeitung: Nach Deutschlandlied-Skandal: Feuerwehrmann holt WM-Medaille in Saudi-Arabien.
https://www.maz-online.de/brandenburg/nach-deutschlandlied-skandal-feuerwehrmann-holt-wm-medaille-in-saudi-arabien-OA7CV72JVJCSFO5PDVEVPQ36GM.html

[3] Wikipedia: Löschangriff Nass.
https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6schangriff_Nass

[4] Lars Schieske: Torgau – Nationalhymne und Ehrenamt.
https://lars-schieske.de/fokusbeitrag/torgau-nationalhymne-und-ehrenamt/

[5] RedaktionsNetzwerk Deutschland: Warum sich Heino mit einem Feuerwehrmann solidarisiert.
https://www.rnd.de/panorama/deutschlandlied-affaere-in-torgau-warum-sich-heino-mit-einem-feuerwehrmann-solidarisiert-KWEM6P442BDK5CGRXJDLMTLZBY.html

[6] Interfiresport: Ankündigung Weltmeisterschaft 2026 in Baku.
https://de.interfiresport.com/news/die-termine-fr-die-xxi-weltmeisterschaft-der-mnner-und-die-xii-p289.html

[7] rbb24 / MAZ: Berichterstattung zum Heino-Konzert in Bad Belzig.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/brandenburg-bad-belzig-deutschlandlied-heino-feuerwehr.html

[8] German Road Races: 7. Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport in Cottbus.
https://news.germanroadraces.de/7-weltmeisterschaft-im-feuerwehrsport-in-cottbus-herrlicher-sonnenschein-superstimmung-welt-und-deutsche-rekorde-das-war-die-7-weltmeisterschaft-im-feuerwehrsport/

[9] Deutscher Feuerwehrverband: CTIF-Wettbewerbe 2026 in Berlin abgesagt (Pressemitteilung).
https://www.feuerwehrverband.de/ctif-wettbewerbe-2026-in-berlin-abgesagt/

[10] Tagesspiegel / dpa: Keine Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe 2026 in Berlin – Enttäuschung bei Feuerwehr und Sportlern.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/kein-geld-fur-jubilaumsevent-internationale-feuerwehr-wettkampfe-2026-in-berlin-abgesagt-13872079.html

Torgau – Nationalhymne und Ehrenamt

Wenn Tradition zur Belastung erklärt wird

Bis 1991 war das Deutschlandlied mit allen drei Strophen offizielle Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland und das nicht nur als symbolisches Relikt, sondern in offizieller Funktion. Die erste Strophe („Deutschland, Deutschland über alles“) war über Jahrzehnte hinweg Bestandteil staatlicher Zeremonien, Schulsingen und öffentlicher Veranstaltungen, ohne dass daraus automatisch eine politische Radikalisierung abgeleitet wurde [1].

Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die gesellschaftliche Bewertung stark verschoben. Heute wird dieselbe Strophe, die damals selbstverständlich zum offiziellen Liedgut gehörte, oft reflexartig als „vorbelastet“ und „extremistisch konnotiert“ dargestellt.

Hier muss man sich ernsthaft fragen: Hat sich die Strophe verändert oder hat sich vielmehr unsere Gesellschaft von ihren eigenen Wurzeln entfernt?

Eine Nation, die ihre historischen Symbole nicht mehr einordnen kann, sondern reflexhaft verurteilt, verliert den Blick für den Ursprung und die historische Bedeutung.

Wer damals das Lied in voller Länge gesungen oder gespielt hat, bewegte sich im Rahmen offizieller staatlicher Praxis – warum wird das heute anders bewertet?

Solidarität mit Feuerwehrmann Richard Münder

Der aktuelle Fall des Feuerwehrmanns Richard Münder aus Bad Belzig macht diesen gesellschaftlichen Wandel besonders deutlich. Obwohl er nachweislich nicht auf der Tribüne war – was durch Videomaterial belegt wird – und lediglich dem DJ den USB-Stick zur Verfügung gestellt hatte, auf dem sich die Aufnahme befand, wurde er nach dem Abspielen der ersten Strophe des Deutschlandliedes bei den Feuerwehrmeisterschaften in Torgau von allen Ämtern im Landesfeuerwehrverband und im Deutschen Feuerwehrverband entbunden. Mehrere Sportler berichteten, dass die Verantwortlichen der Feuerwehrverbände selbst auf der Tribüne strammstanden und nicht eingriffen. [2][3].

Münder ist, wie ich es 2018 war, ein aktiver Feuerwehrmann einer Freiwilligen Feuerwehr, der jeden Tag für die Gesellschaft bereitsteht. Solche Ehrenamtlichen sind das Rückgrat unseres Bevölkerungsschutzes und trotzdem werden sie öffentlich an den Pranger gestellt, wenn sie Symbole verwenden, die bis 1991 völlig legitim waren.

Ich selbst wurde damals Ziel einer Kampagne, weil ich aus dem Feuerwehrauto Patrioten grüßte, die gegen Gewalt durch kriminelle Ausländer demonstrierten. Man warf mir mangelnde politische Neutralität vor, doch das Disziplinarverfahren endete mit einem klaren Befund: Ich habe den Boden des Grundgesetzes, die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Neutralität im Dienst nie verlassen.

Genau wie bei Münder zeigt sich: Wenn das Urteil erst gefällt ist, kommt die Entlastung oft zu spät – der Rufschaden bleibt.

Absage der Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe 2026 – falsche Darstellung und Parallelen

Hinzu kommt die Absage der Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe 2026 in Berlin. Offiziell wurde mangelnde Finanzierung als Grund genannt. Doch die tatsächlichen Abläufe zeichnen ein anderes Bild:

  • Laut meinen Recherchen gab es keinen vollständigen Förderantrag beim Bundesinnenministerium.
  • Unterstützung wurde seitens des Ministeriums in Aussicht gestellt, doch der Deutsche Feuerwehrverband handelte nicht konsequent weiter [4].
  • DerDeutsche Feuerwehrverband stellte die Lage öffentlich so dar, als habe die Politik versagt – obwohl hausinterne Fehler der Organisation entscheidend waren.

Diese falsche Darstellung erinnert stark an das Muster, das wir auch im Fall Münder sehen: Wenn die Organisation nicht funktioniert, sucht man nach einem Schuldigen. Und dieser Schuldige ist oft jemand, der versucht hat, Ordnung in ein bestehendes Chaos zu bringen.

Münder selbst hat öffentlich erklärt, dass die Organisation der Meisterschaften „drunter und drüber“ ging – und dass gerade jene, die ihre Stimme erhoben, ins Visier genommen wurden [3].

Erwartung an die nächste Delegiertenversammlung

Ich erwarte, dass bei der nächsten Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes und des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg beide Themen endlich offen auf den Tisch kommen:

  • Das Thema Torgau mit den überzogenen Reaktionen der Funktionäre gegenüber Richard Münder,
  • sowie die Absage der internationalen Meisterschaften 2026 in Berlin – mitsamt der bewusst falschen Darstellung des Deutschen Feuerwehrverbandes gegenüber der Öffentlichkeit.

Es geht hier um die Glaubwürdigkeit und Integrität unseres Verbandes. Schweigen oder Aussitzen darf keine Option sein!

Fazit

  • Historisch: Bis 1991 war die erste Strophe des Deutschlandliedes unangefochtener Teil unserer Hymne. Die plötzliche Umdeutung zeigt weniger eine Veränderung des Textes als eine Entfremdung unserer Gesellschaft von ihren eigenen Symbolen.
  • Aktuell: Fälle wie der von Richard Münder oder meine eigene Erfahrung 2018 beweisen, dass Ehrenamtliche schnell ins Kreuzfeuer geraten können – unabhängig davon, ob ihr Handeln im gesetzlichen Rahmen liegt.
  • Strukturell: Beim Deutschen Feuerwehrverband müssen Verantwortlichkeit und Transparenz gestärkt werden, um Fehlentscheidungen, falsche Darstellungen und öffentliche Fehlurteile zu verhindern.

Quellen

  1. Historie des Deutschlandliedes, Nutzung aller drei Strophen bis 1991, gesellschaftliche Einordnung (de.wikipedia.org)
  2. Maßnahmen gegen Richard Münder, Entbindung von allen Ämtern, Hintergrund des Vorfalls bei den Feuerwehrmeisterschaften in Torgau (maz-online.de)
  3. Öffentliche Reaktionen und Münders Kritik an der chaotischen Organisation der Veranstaltung, Solidaritätsbekundungen (saechsische.de)
  4. Analyse zur Absage der Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe 2026, fehlender Förderantrag, falsche Darstellung durch den Verband (lars-schieske.de)

Feuerwehr-Wettbewerbe 2026 abgesagt

Was verschweigt der Deutsche Feuerwehrverband?

Erst das Drama, dann die Fakten – und am Ende viele offene Fragen

Im Juni 2025 veröffentlichte der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) eine überraschende Erklärung: Die internationalen Feuerwehrwettbewerbe 2026 in Berlin – ein weltweit beachtetes Großereignis für Feuerwehrsportler – wurden abgesagt. Die Begründung: fehlende Finanzierung. Kein Geld vom Bund, kein Geld von den Ländern, keine Unterstützung aus der Wirtschaft.

Als AfD-Politiker, Mitglied im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, Feuerwehrmann und leidenschaftlicher Sportler konnte ich diese Darstellung nicht unkommentiert stehen lassen. Deshalb forderte ich eine offizielle Stellungnahme der Bundesregierung an.

Die Antwort liegt jetzt vor – und sie zeigt: Die Wahrheit sieht offenbar ganz anders aus.


Zwei Dokumente, zwei Versionen

Mir liegen zwei zentrale Dokumente offiziell vor:

  • Das Schreiben des DFV vom 20. Juni 2025
  • Der Sachstandsbericht des Bundesinnenministeriums (BMI) vom 29. Juli 2025

Der Vergleich ist aufschlussreich – und in Teilen verstörend.


Was der DFV sagt: Absage wegen fehlender Finanzierung

Laut Darstellung des DFV:

  • Man plante die Ausrichtung der Wettbewerbe gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr – im Jubiläumsjahr 175 Jahre Berliner Feuerwehr.
  • Die erwarteten Gesamtkosten wurden auf mindestens 3 Millionen Euro beziffert.
  • Trotz intensiver Bemühungen sei keine tragfähige Finanzierung zustande gekommen – weder durch den Bund noch durch Länder oder Wirtschaft.
  • Die Entscheidung zur Absage sei einstimmig innerhalb des Verbandes getroffen worden.

Was das BMI sagt: Kein Antrag – keine Absage notwendig

Die Darstellung des Bundesinnenministeriums widerspricht dem:

  • Der Bund war nicht aktiv in den Bewerbungsprozess eingebunden.
  • Man habe dem DFV immaterielle Unterstützung (z. B. über das THW) angeboten.
  • Der DFV sei mehrfach gebeten worden, einen vollständigen Projektantrag mit Finanzierungsplan vorzulegen.
  • Stattdessen habe der DFV am 5. Juni 2025 lediglich einen groben, unvollständigen Kostenplan ohne konkrete Förderanträge übergeben.
  • Nur 13 Tage später, am 18. Juni 2025, habe der DFV die Veranstaltung eigenmächtig abgesagt – ohne Rücksprache mit dem Ministerium.

Die klare Aussage des Bundes: Eine Förderung scheiterte nicht am politischen Willen, sondern am fehlenden Antrag.


Vor Ort in Torgau: Die Basis hat eine klare Meinung

Ich war persönlich bei den Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften in Torgau – als Abgeordneter, aber auch als Feuerwehrmann und Sportbegeisterter.

Was ich dort gehört habe, war eindeutig:

„Drei Millionen Euro? Niemals realistisch.“

„Wir schlafen in Turnhallen oder Schulen, viele bringen ihre Ausrüstung selbst mit.“

„Wenn man uns rechtzeitig eingebunden hätte, hätten wir das gestemmt!“

Feuerwehrsport lebt vom Ehrenamt, vom Zusammenhalt – nicht von Luxusbudgets. Diese gelebte Realität wurde offenbar komplett ignoriert.


Zwei Versionen – viele offene Fragen

Deutscher FeuerwehrverbandBundesministerium des Innern
Keine Finanzierung erhaltenKein vollständiger Antrag gestellt
3 Mio. Euro als MindestsummeUnvollständiger Kostenplan
Entscheidung im VerbandAbsage ohne Rücksprache

Beide Seiten geben sich verantwortungsvoll – doch nur eine Version kann der Wahrheit entsprechen.


Wenn der Bericht des Bundes stimmt: Konsequenzen müssen folgen

Wenn die Darstellung des Bundes korrekt ist, also die Bundesregierung bereit zur Förderung war – aber vom DFV nie ein vollständiger Antrag eingereicht wurde – dann steht fest:

Die Absage war unnötig.

In diesem Fall ist klar: Wer so handelt, kann nicht weiter Verantwortung für unsere Feuerwehrsportler tragen. Dann braucht es personelle Konsequenzen – aus Respekt vor Ehrenamt, Sportlern und dem Ansehen des deutschen Feuerwehrwesens im Ausland.


Meine Forderungen – klar und unmissverständlich

Als Obmann im Sportausschuss fordere ich:

  1. Aufklärung im Bundestag: Wer hat versagt? Wer hat blockiert? Wer hat ignoriert?
  2. Transparente Förderrichtlinien für ehrenamtliche Großveranstaltungen.
  3. Echte Beteiligung der Basis – statt Entscheidungen hinter verschlossenen Türen.
  4. Verlässliche politische Unterstützung für Feuerwehr, Ehrenamt und Nachwuchs.

Mein Fazit – als Politiker, Feuerwehrmann und Sportler

Diese Absage war kein „unglücklicher Zufall“. Sie war womöglich die Folge von Kommunikationsversagen, Missmanagement und realitätsfremder Planung.

Während für politische Prestigeprojekte regelmäßig Millionen bereitstehen, lässt man den Ehrenamtsbereich – und damit auch unsere Feuerwehrsportler – im Regen stehen.

Ich bleibe dran:
Für Transparenz. Für Verantwortung. Für unsere Feuerwehrleute.


Quellen dieses Beitrags:

📎 Schreiben des Deutschen Feuerwehrverbandes vom 20. Juni 2025
📎 Sachstandsbericht des Bundesministeriums des Innern vom 29. Juli 2025

Newsletter abonieren und informiert bleiben.