Bombenangriff auf Cottbus am 15. Februar 1945– den Opfern ein würdiges Gedenken!

Der 15. Februar 1945: Ein Einschnitt für die Stadt

Es gibt Momente, die innerhalb weniger Minuten für tausende Menschen das gesamte weitere Leben verändern. Für Cottbus war ein solcher Moment die Mittagszeit des 15. Februar 1945, als ein amerikanischer Bomberverband die Stadt erreichte und seine todbringende Ladung über weiten Teilen der Stadt abwarf. Mehr als 400 US-Bomber waren im Einsatz [1]. Insgesamt fielen ca. 1.064 Tonnen Bomben auf die Stadt [2].

Der Ablauf des Bombardements

Das Bombardement dauerte nur etwas mehr als eine halbe Stunde. Gegen 11.51 Uhr treffen die ersten Bomben den Bahnhof, der das Hauptziel der Angreifer ist. Auch die Lutherkirche brennt vollständig aus. Besonders dramatisch: Das Operationshaus des Krankenhauses wird komplett zerstört, alle zu diesem Zeitpunkt dort tätigen Ärzte und Schwestern sterben.

Auf dem Bahnhof stehen Lazarettzüge und Waggons mit Vertriebenen aus Schlesien und Ostbrandenburg. In unmittelbarer Nähe befinden sich Güterzüge mit Munition. Als ein solcher Munitionszug getroffen wird, hört man dies im gesamten Stadtgebiet. Die Explosion und die Druckwelle zerstörten zahlreiche Häuser in der näheren Umgebung.

Für die Vertriebenen und Verwundeten auf dem Bahnhof gab es kein Entkommen. Phosphorbomben sorgten für ein Feuerinferno. Der Geruch verbrannter Menschen lag noch mehrere Tage danach in der Stadt. Viele Cottbuser konnten sich nur retten, weil sie es rechtzeitig in einen Luftschutzkeller schafften. Die letzten Bomben gingen gegen 12:25 Uhr auf den Branitzer Park und auf Sandow nieder [2].

Die Folgen des Angriffs

Das Resultat: Rund 1.000 Tote, etwa 2.500 Verletzte und mehr als 13.000 Cottbuser, die nach dem Angriff obdachlos waren [2]. Das Ausmaß wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Cottbus zu Kriegsbeginn etwa 56.000 Einwohner hatte [3]. Außerdem wurden 145 Industriebetriebe durch den Bombenhagel zerstört [1].

Historischer Kontext

Auch wenn es seit dem Jahr 1940 immer wieder Fliegeralarm gab, blieb eine großflächige Bombardierung der Stadt bis fast zum Kriegsende aus. Doch in den letzten Kriegsmonaten gingen die Alliierten vermehrt zum sogenannten „Moral Bombing“ über, also der gezielten Bombardierung von Wohngebieten, um die Moral und den Durchhaltewillen der Zivilbevölkerung zu brechen.

Viele Städte in Deutschland wurden durch diese Flächenbombardements systematisch zerstört. Neben unermesslichem menschlichem Leid führten diese Angriffe zur Vernichtung von kulturellen Werten in beispiellosem Ausmaß.

Erinnerung und Verantwortung

Wenn wir heute in Cottbus der schrecklichen Ereignisse des 15. Februar 1945 gedenken, dann erinnern wir vor allem an die, die damals ihr Leben verloren. Aber auch an die, die überlebten und diesen Tag nie wieder vergessen konnten.

Einige Zeitzeugen leben noch, noch können sie berichten. Wenn sie es eines Tages nicht mehr können, ist es unsere Aufgabe, die Erinnerung an das Bombeninferno in Cottbus wach zu halten.


Quellenverzeichnis

[1] „Cottbus hat der Opfer der US-Bombenangriffe mit etwa 1.000 Toten vor 80 Jahren gedacht“, www.deutschlandfunk.de, 16. Februar 2025

[2] „Bombardierung von Cottbus“, www.stadtmuseum-cottbus.de, Aufruf am 10. Februar 2026

[3] „Zeitzeugen erinnern sich an verheerenden US-amerikanischen Luftangriff 1945“, www.katholische-sonntagszeitung.de, 8. Mai 2025

80 Jahre Hiroshima

Geschichte, Verantwortung und die gefährliche Sprache des Krieges

📍 6. August 1945 – Die Menschheit überschreitet eine Grenze

Am Morgen des 6. August 1945 wurde die japanische Stadt Hiroshima zum Ziel des ersten militärischen Atombombenabwurfs der Geschichte. Um 08:15 Uhr explodierte die Bombe mit dem Codenamen „Little Boy“ in etwa 600 Metern Höhe über der Stadt. Die Auswirkungen waren apokalyptisch: Eine Druckwelle und Hitze von unvorstellbarer Gewalt töteten auf einen Schlag zehntausende Menschen, insgesamt starben über 100.000 in den Tagen und Wochen danach. Es starben hauptsächlich Zivilisten! [1].

Was oft vergessen wird: Die Entwicklung dieser Waffe war ursprünglich durch die Furcht vor Nazi-Deutschland motiviert worden. Mit dem sogenannten Einstein-Szilard-Brief von 1939 warnten Wissenschaftler davor, dass Hitler an einer Atomwaffe arbeiten könnte [2]. Die USA begannen mit dem Manhattan-Projekt, um dem zuvorzukommen. Doch als die Bombe 1945 einsatzbereit war, hatte Deutschland bereits kapituliert (8. Mai 1945). Die Bombe wurde schließlich gegen Japan eingesetzt, um einen schnellen Kriegsabschluss zu erzwingen und eine verlustreiche Invasion zu vermeiden [3][4].

Dabei ist besonders brisant: Japan hatte selbst nie über Atomwaffen verfügt und war militärisch bereits massiv geschwächt. Dennoch setzte die USA eine Massenvernichtungswaffe von beispielloser Zerstörungskraft gegen ein Land ein, das keine nukleare Bedrohung darstellte [5]. Es war nicht das letzte Mal, dass die Vereinigten Staaten in ihrer Militärdoktrin auf massiven Waffeneinsatz gegenüber unterlegenen Gegnern setzten – ein Muster, das bis heute kritisch betrachtet wird.

🔎 Historische Einordnung

  • Ziel Deutschland?
    Deutschland war nicht das geplante Ziel für den Einsatz, der tatsächliche militärische Einsatz war gegen Japan gerichtet, als der Krieg in Europa bereits vorbei war [2][3].
  • Japan hatte keine Atomwaffen
    Die kaiserliche Regierung Japans betrieb zwar theoretische Nuklearforschung, verfügte jedoch weder über spaltbares Material noch über die technische Infrastruktur, um eine Atombombe zu bauen [5]. Nach dem Krieg verzichtete Japan ausdrücklich auf Atomwaffen – ein Prinzip, das bis heute gilt.


80 Jahre später – Eine Mahnung

Der Jahrestag von Hiroshima ist nicht nur ein Anlass des Gedenkens, sondern er ist auch ein Spiegel für unsere Gegenwart. Denn wer die Augen offen hält, erkennt Parallelen, die erschrecken.

Heute erleben wir wieder eine Zeit, in der Kriegsrhetorik in den politischen Alltag Einzug gehalten hat. Waffenlieferungen, Konfrontationspolitik und die gefährlich beiläufige Sprache der Eskalation bestimmen die Debatten in Berlin. Während Millionen Menschen in Deutschland mit Inflation, Energiepreisen und Unsicherheit kämpfen, fließen Milliarden in die Kriegskasse.

Die Bundesregierung spricht von „nuklearer Teilhabe“, beteiligt sich an Eskalationsstrategien und gießt Öl ins Feuer eines geopolitischen Konflikts, der Deutschland bedroht, nicht schützt.

Haben wir aus Hiroshima nichts gelernt?

Die Atombombe war nicht nur eine technologische „Errungenschaft“ – sie war der endgültige Beweis dafür, wie zerstörerisch Politik wird, wenn sie den Menschen aus dem Blick verliert.

Aus Sicht meiner Sicht ist klar:

  • Deutschland braucht eine Politik des Friedens, nicht des moralischen Größenwahns.
  • Keine Waffenexporte in Kriegsgebiete.
  • Kein Mitmarschieren in fremden Konflikten.
  • Kein Spiel mit dem nuklearen Feuer.

Hiroshima mahnt:

Politik darf nie den Punkt erreichen, an dem Menschenleben zur taktischen Variable verkommen.

📌 Erinnern heißt handeln

Hiroshima ist nicht vorbei. Die Geschichte wiederholt sich nicht exakt – aber sie reimt sich, wie Mark Twain sagte. Wer den 6. August nur als Rückblick versteht, verpasst seine eigentliche Botschaft: Verantwortung. Mäßigung. Menschlichkeit.

„Nie wieder Hiroshima“ darf keine leere Floskel bleiben, sondern es muss ein Auftrag sein, besonders an jene, die heute über Waffen, Kriege und internationale Beziehungen entscheiden.


📚 Quellen:

[1] Richard Rhodes: The Making of the Atomic Bomb
[2] Einstein-Szilard Letter (1939)
[3] Target Committee Protokolle, Mai 1945
[4] J. Samuel Walker: Prompt and Utter Destruction
[5] Noriko Kawamura: Emperor Hirohito and the Pacific War; diverse Quellen zur japanischen Nuklearforschung im Zweiten Weltkrieg (z. B. National Security Archive, U.S.)

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